Wer kann weiter helfen?
Hat der alkoholkranke Mensch sich entschlossen mit dem Trinken
aufzuhören, dann gibt es für ihn mehrere Möglichkeiten.
Selbsthilfegruppen gibt es in jeder größeren Stadt und auch in den
kleineren Dörfern findet man immer öfter solche Gruppen. Dort kann man
unverbindlich vorbei gehen und sich mit anderen Betroffenen austauschen.
Auch der Gang zum Hausarzt empfiehlt sich auf jeden Fall. Denn der
Hausarzt kann den Patienten genauestens untersuchen auf bereits
eingetretene körperliche Schäden durch den Alkohol. Wie bei jedem Arzt
wird man sich aber auch hier nur bei einem Arzt verstanden fühlen, zu
dem man Vertrauen hat. Eine weitere Möglichkeit sind die örtlichen
Suchtberatungsstellen und die Krankenkassen. Auch dort findet man
geschulte Mitarbeiter.
Adressen stehen im örtlichen Telefonbuch.
Eine weitere Möglichkeit ist die so genannte offene Therapie, die vom
Hausarzt befürwortet und von der Krankenkasse genehmigt werden muss.
Hier trifft man sich meist einmal in der Woche im Krankenhaus zu
gemeinsamen Gespräch mit anderen Alkoholikern und einem Therapeuten.
Allerdings halte ich diese Form von Therapie nicht ausreichend genug, um
wirklich vom Alkohol weg zu kommen. Den die Selbstkontrolle ist es ja
gerade, die den Alkoholikern fehlt und hier ist man, bis auf ein paar
Stunden die Woche, sich völlig selbst überlassen.
Eine stationäre Therapie kann beantragt werden. Anträge dazu sind bei
den Krankenkassen erhältlich. Der Sozialbericht, der diesem Antrag
beigefügt werden muss, wird in der Regel von einem Therapeuten,
einem Leiter einer Selbsthilfegruppe oder einer
Suchtberatungsstelle verfasst. Sämtliche Unterlagen gehen dann zu
dem zuständigen Rententräger. Dieser prüft die Unterlagen und
genehmigt (oder verweigert) die Therapie.
Die stationäre Therapie geht in der Regel über drei bis sechs Monate.
Der Zeitraum erscheint auf den ersten Blick recht lange. Aber Niemand
muss Angst haben, dass z.B. der Arbeitsplatz dadurch verloren geht.
Alkoholismus ist eine anerkannte Krankheit und wegen Krankheit darf
Niemandem gekündigt werden. Aber wer weiterhin trinkt, gefährdet
seinen Arbeitsplatz auf jeden Fall. Das Gleiche gilt auch für
Beziehungen. Eine Beziehung, die bereits eine lange Zeit, trotz Alkohol
überstanden hat, wird durch ein paar Wochen Trennung nicht zu
gefährden sein. Im Gegenteil! Denn nur so haben die Partner die echte
Chance auf einen Neuanfang und ein Leben ohne Alkohol.
Aber egal, welchen Weg man einschlägt - der eigene Wille mit dem
Trinken aufzuhören muss da sein. Eine Therapie, die
"erzwungen" ist, wird keinen dauerhaften Erfolg haben.
Und eines muss auch klar sein: Man bleibt sein Leben lang Alkoholiker.
Zwar wird die körperliche Abhängigkeit in ca. ein bis zwei Wochen
überwunden sein, aber die psychische Abhängigkeit bleibt. Es ist ein
Trugschluss glauben zu wollen, dass man nach einer Therapie kontrolliert
weiter trinken kann.
Da ein betroffener Alkoholiker am besten Bescheid weiß über diese
Sucht, möchte ich die Lektüre der nachfolgenden (insbesondere der
privaten Seiten) allen Alkoholikern und ihren Angehörigen, Freunden ,
Kollegen und Interessierten ans Herz legen.
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Flatsaufen - neuer Sport bei den Kids? 
Jugendliche die sich zu Tode trinken, so genannte "Flatpartys" wo es viel
Alkohol für wenig Geld gibt, Teenager die sich ziellos den Drogen
hingeben... Ein Horrorszenario für alle Eltern!
Letzte Studien haben jedoch ergeben, dass die Jugendlichen heute nicht
mehr Alkohol konsumieren als noch vor zwanzig Jahren. Es sind sogar
prozentual gesehen weniger Kids geworden. Aber der Rest scheint dafür um
so mehr Alkohol zu trinken und auch öfter als früher. Woran mag es nun
liegen, dass die jungen Erwachsenen sich bis zum Umfallen voll laufen
lassen? Es gibt sicherlich ganz viele Faktoren, die da eine Rolle spielen:
vom mangelnden Selbstbewusstsein angefangen über Zukunftsängste bis hin
zur Verharmlosung von Alkohol ;- nicht zuletzt bedingt durch die Werbung.
Zigarettenwerbung ist seit Jahren verboten - warum also nicht auch die
Alkoholwerbung? Sieht man sich die jungen, dynamischen und Gutaussehenden
Jugendlichen in der Werbung an, die sich locker und fröhlich das
Mixgetränk und das Bier zu Gemüte führen, dann entsteht durchaus der
Eindruck, dass Alkohol einfach zur Geselligkeit dazu gehört. Während
früher die Alkoholwerbung eher auf "ältere" Konsumenten abzielte, wird
heute vielfach mit jungen Gesichtern geworben. Aber die Werbung ist
sicherlich auch nur ein Grund, weswegen die Jugendlichen Gefallen gefunden
haben an diesen ausschweifenden Trinkgelagen. Früher wurde noch heimlich
auf privaten Partys getrunken, heute gehen die Jugendlichen in die Kneipe
um die Ecke und der Gastwirt freut sich über den Umsatz...
Doch egal aus welchen Gründen Jugendliche zur Flasche greifen: gefordert
sind in erster Linie die Eltern. Der häusliche Umgang mit Alkohol als
gutes (oder auch schlechtes) Beispiel. Gespräche statt Verbote.
Vermittlung von Geborgenheit, Wärme, Verständnis, Selbstbewusstsein...
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Ein Gedicht
Warum, Mami?
Ich ging zu einer Party, Mami, und dachte an deine Worte. Du hattest
mich gebeten, nicht zu trinken.
Und so trank ich keinen Alkohol.
Ich fühlte mich ganz stolz, Mami, genauso, wie du es vorhergesagt
hattest.
Ich habe vor dem Fahren nichts getrunken, Mami, auch wenn die anderen
sich mokierten.
Ich weiß, dass es richtig war, Mami, und das du immer Recht hast.
Die Party geht langsam zu Ende, Mami, und alle fahren weg.
Als ich in mein Auto stieg, Mami, wusste ich, dass ich bald nach Hause
kommen würde: aufgrund deiner Erziehung - so verantwortungsvoll und
fein.
Ich fuhr langsam an, Mami, und bog in die Strasse ein. Aber der andere
Fahrer sah mich nicht
und sein Wagen traf mich mit voller Wucht.
Als ich auf dem Bürgersteig lag, Mami,
hörte ich den Polizisten sagen, der andere sei betrunken.
Und nun bin ich diejenige, die dafür büßen muss.
Ich liege hier im Sterben, Mami, ach bitte, komm doch schnell.
Wie konnte mir das nur passieren?
Mein Leben zerplatzt wie ein Luftballon.
Ringsherum ist alles voller Blut, Mami, dass meiste ist von mir.
Ich höre den Arzt sagen, Mami,
dass es keine Hilfe für mich gibt.
Ich wollte dir nur sagen, Mami, ich schwöre es, ich habe wirklich
nichts getrunken.
es waren die anderen, Mami,
die haben einfach nicht nachgedacht.
Er war wahrscheinlich auf der gleichen Party wie ich, Mami.
Der einzige Unterschied ist nur:
Er hat getrunken und ich werde sterben.
Warum trinken die Menschen, Mami?
Es kann das ganze Leben ruinieren.
Ich habe jetzt starke Schmerzen,
wie Messerstiche, so stark.
Der Mann, der mich angefahren hat, Mami, läuft herum,
und ich liege hier im Sterben.
Er guckt nur dumm.
Sag meinem Bruder, dass er nicht weinen soll, Mami.
Und Papi soll tapfer sein. Und wenn ich dann im Himmel bin, Mami,
schreibt: "Papis Mädchen" auf meinen Grabstein.
Jemand hätte es ihm sagen sollen, Mami, nicht trinken und dann fahren.
Wenn man es ihm gesagt hätte, Mami, würde ich noch leben.
Mein Atem wird kürzer, Mami, ich habe große Angst. Bitte, weine nicht
um mich, Mami.
Du warst immer da, wenn ich dich brauchte.
Ich habe nur noch eine letzte Frage, Mami, bevor ich von hier fortgehe:
Ich habe nicht vor dem Fahren getrunken, warum bin ich diejenige, die
sterben muss?
Anmerkung: Dieser Text in Gedichtform war an der Springfield High Scholl
( Springfield, VA, USA ) in Umlauf, nachdem eine Woche zuvor zwei
Studenten bei einem Autounfall getötet wurden. Unter dem Gedicht stand
folgende Bitte:
Jemand hat sich die Mühe gemacht, dieses Gedicht zu schreiben. Gib es
bitte an so viele Menschen wie möglich weiter. Wir wollen versuchen, es
in der ganzen Welt zu verbreiten, damit die Leute endlich begreifen,
worum es geht! |