Allein erziehend?

Singles mit Kind - Ratgeberthema bei www.kessie.de

Allgemeines

Links zum Thema

Buchtipps

Zurück zur Übersichtzurück zur Übersicht anklicken

Allgemeines zurück zur Übersicht

Alleinerziehende sehen sich häufig vor scheinbar unlösbare Probleme gestellt, wenn es darum geht, nach der Geburt des Kindes, bzw. nach Ablauf des Erziehungsurlaubes im Berufsleben wieder Fuß zu fassen. 
Kindergartenplätze sind nach wie vor rar in vielen Gemeinden, es fehlt an Krippenplätzen und geeigneten Betreuungsangeboten nach der Schulzeit. Arbeitszeiten und Öffnungszeiten der Kindergärten lassen sich oft nur schwer vereinbaren und viele Arbeitgeber scheuen davor, Mütter mit kleineren Kindern einzustellen, weil sie befürchten, dass diese öfters ausfallen könnten (bedingt durch Erkrankungen der Kleinen) oder das sie der Belastung von Job und Kind auf Dauer nicht gewachsen sind. Auch wenn der Kindergarten in die Ferien geht, die Tagesmutter krank ist oder die Oma zur Kur fährt,  führt es oft dazu, dass die ganze perfekte Organisation wie ein Kartenhaus zusammen bricht. Hier sind natürlich die Politiker gefordert, die sich um mehr Flexibilität in den Tagesstätten kümmern müssten, die Großfirmen, die durchaus in der Lage wären einen Betriebskindergarten für ihre Mitarbeiter an zu bieten, aber auch die Mütter und Väter könnten viel mehr Engagement zeigen und sich mit Anderen zusammen tun, um sich gegenseitig zu helfen.
Man kann und darf nicht erwarten, dass der Staat einem die ganze Verantwortung abnimmt. Und man muss wirklich jedes Mittel nutzen und jede Hilfe annehmen, die einem geboten wird. Falsch verstandener Stolz oder Selbstmitleid sind völlig fehl am Platz.
Gerade alleinerziehenden Müttern bleibt am Anfang oft nur der Weg zum Sozialamt. Der Vater kann oder will nicht für das Kind zahlen, eine Oma ist nicht da oder steht selber noch im Berufsleben, der Arbeitgeber hat keinen Teilzeitjob und wenn doch, dann passen die Öffnungszeiten des Kindergartens absolut nicht. Dazu kommt das Gefühl versagt zu haben. Man redet sich ein, dass man dem Kind nicht genug bieten kann, weil einfach nicht genug Geld da ist. Man fühlt sich schuldig, weil die Beziehung in die Brüche gegangen ist und das Kind quasi ohne Vater aufwächst. Man hat dem Arbeitgeber gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil man ihn einfach im Stich gelassen hat, "nur" um ein Kind zu bekommen. Aber von allen diesen Selbstvorwürfen sollte man sich lösen.

 


Sozialhilfe: na und! zurück zur Übersicht

Hier lernt man ohne viel Geld aus zu kommen. Und muss es für einen Vierjährigen denn ein Marken- T-Shirt sein? Muss ein Kind alle Spielsachen besitzen, die es zu kaufen gibt? Reicht nicht ein Teddy?
Kinder spüren die Liebe, die man ihnen entgegen bringt. Man unterstützt ihre eigene Kreativität, wenn man mit ihnen bastelt (Collagen aus altem Zeitungspapier, Figuren aus Salzteig, Malen mit selbst gemachter Farbe aus Wasser und Lebensmittelfarbe und und und...) Erwiesenermaßen sind Kinder, die ein ganzes Zimmer voll Spielzeug haben ohnehin damit überfordert und empfinden es um so viel schöner im Matsch zu spielen, im Park die Vögel zu beobachten oder im Wohnzimmer aus zwei Stühlen und einer Decke eine Höhle zu bauen. Sind wir kreativ (und Kreativität muss nichts kosten) dann sind es unsere Kinder auch. Sicherlich wachsen die Ansprüche unserer Kinder mit zunehmenden Alter. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass man Kinder zu verantwortungsbewussten und gefühlvollen Menschen erziehen kann, auch wenn das Geld knapp ist.

 


Schuldig dem Kind gegenüber, weil man alleine erzieht? zurück zur Übersicht

Sicherlich nicht! Alleinerziehend kann man schneller werden, als einem lieb ist. Durch Tod des Partners, - durch Trennung von welcher Seite auch immer, - weil man einfach nichts mit dem Kindsvater zu tun haben will. Schuldig wird man erst dann, wenn man seine Kinder vom anderen Elternteil bewusst entfremdet, weil dieser einem weh getan hat. Sicherlich ist da eine Wut, wenn Scheidungder Kindsvater mit einer Anderen auf und davon ist. Aber was kann das Kind dafür? Solange das Kind den Kontakt zum anderen Elternteil wünscht und dieses auch machbar ist (abgesehen von unserer eigenen emotionalen Einstellung) sollte man die Treffen auch arrangieren. Aber auch Regeln dabei berücksichtigen. Klare Absprachen zwischen den Ex-Partnern, was die Erziehungsfragen betrifft. Es kann für ein Kind nicht gut sein, wenn es am Wochenende bei Papi alles darf und sich die Woche über bei der Mutter an feste Regeln halten muss. Damit schadet man nur dem Kind und ein entspanntes Verhältnis zwischen den Ex-Partnern dürfte schwierig werden. Kinder brauchen männliche und weibliche Bezugspersonen. Und wenn der Vater nicht mehr da ist, dann kann auch der Bruder, der Onkel oder ein  guter Bekannter diese Rolle übernehmen. Umgekehrt natürlich auch, wenn ein Vater mit dem Kind alleine ist.
Und man sollte sich immer bewusst sein, dass auch viele Kinder, die mit beiden Elternteilen aufwachsen nicht zwangsläufig eine glückliche Kindheit haben.

 


Selber aktiv werden! zurück zur Übersicht

Die Rückkehr in den Beruf will sorgsam geplant sein. Wenn man einen Job vor der Geburt hatte, dann sollte man rechtzeitig mit dem Arbeitgeber abklären, welche Möglichkeiten des Wiedereinstieges vorhanden sind. Und ein regelmäßiger Kontakt zum früheren Arbeitsplatz kann sehr hilfreich sein. Sich ab und an mit Kollegen treffen und soweit wie möglich auf dem laufenden halten, was die Veränderungen im Job mit sich bringen. Zum einen signalisiert man dem Arbeitgeber, dass man sich auf die Rückkehr freut und bereit ist sich trotz Babypause zu engagieren und zum anderen hat man selber nie das Gefühl völlig raus zu sein und in Vergessenheit zu geraten.
Wenn man vor dem Kind keinen Job hatte, bzw. nicht in den alten Job zurück will oder kann, dann muss man sich auch hier frühzeitig darüber im klaren werden was man machen will. Der Gang zum Arbeitsamt, ein Volkshochschulkurs zum Erlernen der Arbeit mit einem PC, Freunde mobilisieren sich einfach mal umzuhören, ob in deren Umfeld ein Job frei wird. Möglichkeiten gib es viele. Nur nutzen muss man sie! Und man muss sich kritisch fragen: Was kann ich, was will ich, wie viel Stunden am Tag kann und will ich arbeiten.
Und man muss Abstriche machen können. Nur die wenigsten Alleinerziehenden schaffen es einen Powerjob, ein oder mehrer Kinder und den Haushalt zu schmeißen. Früher war man vielleicht leitende Angestellte und nun "nur" noch Teilzeitkraft, ohne Weisungsbefugnis. Früher verdiente man gutes Geld, hatte vielleicht ein Haus und keine finanziellen Sorgen. Heute ist das Geld knapp, der Job ungeliebt und die kleine Wohnung eigentlich viel zu eng. Aber kann man nicht trotzdem glücklich sein? Vielleicht sollten wir einfach lernen unsere Bedürfnisse nicht nach dem materiellen Werten zu richten, sondern nach den Wesentlichen Dingen des Lebens. Und dazu gehört zweifelsohne eine innere Zufriedenheit, die wir uns selber schaffen und unseren Kindern vorleben können. (Auch wenn man es manchmal noch so schwer hat im Leben - aber wir haben nun mal nur dieses eine Leben.)

 


Selbsthilfe, wenn alles andere versagt. zurück zur Übersicht

Alleinerziehende (dazu zähle ich auch Mütter und Väter, deren Partner beruflich dermaßen eingespannt sind, dass die alltäglichen Dinge der Kindererziehung , der Entscheidung welcher Kindergarten, welche Schule und die Wahl der sozialen Kontakte an ihnen hängen bleiben) verfügen unter den gegebenen Umständen meist über ein hohes Maß an Flexibilität, Entscheidungsfreude und Organisationstalent. Warum dieses nicht nutzen und eine eigene Betreuungsstätte für die Kinder schaffen, zusammen mit anderen Eltern, die in einer ähnlichen Situation sind. Man kann eine Art Netzwerk aufbauen, in der sich die Mütter oder Väter abwechselnd um die Kinder kümmern, damit man etwas Freiraum für sich gewinnt. Denn nicht jeder hat das Glück, dass eine Oma parat steht, um die Kinder, zumindest stundenweise, zu betreuen. Vielleicht findet sich so eine Gruppe, wo es möglich ist, dass die Mütter zeitweise wieder arbeiten gehen können, weil sich in der Zeit die anderen Mütter um die Kinder kümmern. Niemals sollte man dem falsch verstandenen Stolz unterliegen und sich beweisen wollen, dass man alles alleine schafft.
Man könnte auch die Gemeinde bitten, zu prüfen, ob nicht ein Bedarf für einen Kindergarten besteht, weil es vor Ort keinen gibt oder gemeinsam mit den Kindergärtnerinnen längere Öffnungszeiten vereinbaren. Denn vielleicht möchte ja die ein oder andere Kindergärtnerin lieber erst um zwölf anfangen zu arbeiten und dann bis zwanzig Uhr. Oder es gibt Betreuungspersonen, die gerne um zwölf wieder Zuhause wären, weil die eigenen Kinder aus der Schule kommen und darum gerne um sechs Uhr anfangen würden. Die Loslösung von starren Modellen kann aber nur erfolgen, wenn man aktiv wird und nicht darauf hofft, dass es Andere für einen tun.

 

 

Andere Probleme zurück zur Übersicht

Alleinerziehende haben meist nicht nur finanzielle Probleme, sondern vor allem das Problem der Vereinsamung. Mütter mit kleineren Kindern kennen dieses Problem selber allzu gut. Die sozialen Kontakte spielen sich plötzlich auf einer völlig anderen Ebene ab als vor der Geburt. Konnte man bislang noch jederzeit seinen eigenen Bedürfnissen nachgehen, sich mit Freunden treffen, ins Kino gehen, einen ausgedehnten Kneipenbummel machen oder spontan in den Urlaub fliegen, so verändert sich mit einem Kind doch einiges. Freunde, die selber keine Kinder haben, ziehen sich zunehmend zurück. Die Clique spaltet sich in Eltern und Nicht- Eltern. Spontane Unternehmungen finden meist keinen Platz mehr und Gespräche drehen sich fast zwangsläufig um das Kind. Sicherlich ergeben sich neue Kontakte. Man trifft sich im Spielkreis, beim Babyschwimmen, beim Kinderturnen... Aber auch hier konzentriert sich das Gespräch meistens auf das Thema Kind. Eltern haben zumindest am Abend noch die Möglichkeit sich über andere Dinge auszutauschen. Der Beruf des Partners bietet Gesprächsstoff und die Möglichkeit das Kind einfach in der Obhut des Partners zu lassen, um Zeit für sich und seine Freunde zu haben, ist ein großer Vorteil von Paaren mit Kind. Alleinerziehende dagegen können das Kind abends nicht einfach an den Partner weitergeben. Gespräche finden nut tagsüber statt, da am Abend kein Partner zur Verfügung steht. Die neuen Kontakte , die man geknüpft hat, haben eine Beziehung und möchten lieber am Abend beim Partner sein...
Also was tun?
Wichtig ist es auf jeden Fall, sich Freundschaften zu erhalten, neue aufzubauen und sich Freiräume zu schaffen, wo nicht über Kinder, Windeln und Alete gesprochen wird. Das gilt für Eltern, die in einer Beziehung stehen genauso wie für Alleinerziehende. Der Luxus eines Babysitters einmal die Woche, Annoncen aufgeben, um neue Kontakte zu finden, vielleicht einen Babysitterdienst mit mehreren Alleinerziehenden organisieren: Eigeninitiative ist gefragt! Und die freie Zeit auf jeden Fall genießen! Babys und Kleinkinder können sehr gut ein paar Stunden auf ihre Mütter und Väter verzichten. Man selber tankt neue Energie und bekommt nicht das Gefühl, dass das Leben nur noch aus dem Kind besteht. So profitiert das Kind genauso wie die Mutter bzw. der Vater.
Vielleicht ist die Kirche oder die Gemeinde am Ort daran interessiert, etwas für Alleinerziehende zu tun. Meistens reicht schon ein Raum und abwechselnd können Mütter oder Väter die Kinder betreuen, während die Anderen sich gemütlich bei einem Kaffee zusammen setzen und mal nicht über Kinder reden.

Links zum Thema zurück zur Übersicht
  • Selbsthilfegruppen Alleinerziehender findet man unter Shia e.V.
  • Sitzen gelassene schwangere Frauen sind nicht alleine: Mamis in Not heißt die umfangreiche Informationsseite.
  • Ehe und Familie... Aber was ist, wenn Eltern sich trennen? Interessante Artikel zum Thema.
  • Verschiedene Broschüren zum online lesen oder bestellen.
  • Wohngeld kann auch von einkommensschwachen Familien und Sozialhilfeempfängern beantragt werden.
  • Um Scheidung, Unterhalt, Kinder, Steuern und Kosten geht es auf der Seite von Scheidung - online.

  • Umgangsrecht - wem steht es zu? Wie sieht es überhaupt aus? Fragen und Antworten.
  • Kindesunterhalt: Berechnungsbogen für den Kindesunterhalt. Wie viel darf ich bezahlen?
  • Sozialhilfe: Wer bekommt sie und was ist zu beachten...
Bücher: zurück zur Übersicht


Zurück zu den Ratgeberthemen
Text und Design © by Kessie 1999-2006 - all rights reserved

:: Zurück zur Hauptseite ::