Hunde

INHALT

Vorwort
Hunderassen
Kauf
Haltung und Pflege
Erziehung
Kind und Hund
Ein paar Tipps
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Vorwort Zurück - Button

Ein Hund kann der beste Freund des Menschen sein. Aber er kann, bei unsachgemäßer Züchtung und/ oder Haltung, auch zu einer Gefahr werden. Jeder, der einen Hund besitzt, weiß, wie viel Liebe, Geduld und Verantwortung, aber auch Zeit und Geld, dazu gehören, einen Hund als neues Familienmitglied auf zu nehmen. Wer sich einen Hund anschafft, muss sich darüber klar sein, dass es nicht damit getan ist, den Hund zu füttern  und ab und an zu bürsten. Ein Hund braucht, wie ein Kind, Liebe und Aufmerksamkeit. Er braucht eine vernünftige Erziehung und einen Platz, wo er sich wohl fühlen kann. Ein Hund benötigt, je nach Rasse, mehr oder weniger Auslauf. Er braucht Futter und Zubehör, wie Leine und Futternapf. Wenn er krank ist, muss er zum Arzt und wenn er alt wird, dann kann er genauso viele Gebrechen haben wie ein alter Mensch. Einen Hund zu haben, bedeutet jeden Tag Verantwortung zu übernehmen, für ein Tier, welches sich nichts mehr wünscht, als dass es artgerecht behandelt und liebevoll umsorgt wird. Für den Hund muss man Steuern zahlen und sollte auf jeden Fall eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen!
Ich bin selber mit Hunden groß geworden und weiß daher, wie wundervoll es sein kann, wenn ein Hund im Haus ist. Wir hatten Boxer, einen Mischling, zwei Retriever und einen Terriermix und z.Zt. einen Münsterländermix. Jedes Tier hatte seine eigenen Vorlieben, Abneigungen, Charakterzüge und Verhaltensweisen. Und ich glaube behaupten zu können, dass es jedes Tier bei uns gut hatte, bzw. noch gut hat. Unser letzter Retriever ist 13 1/2 Jahre alt geworden.

Hunderassen Zurück - Button

Es gibt auf der ganzen Welt mehr als 400 Hunderassen und eine einzelne Aufstellung würde etwas zu weit führen. Daher möchte ich mich auf einige Rassen, die als besonders kinderlieb gelten, beschränken. Natürlich kann man beinahe jede Hunderasse zu einem "Kinderhund" machen. Es ist im Grunde genommen eine Frage der Erziehung, ob und wie ein Hund mit Kindern umgeht. Und es ist auch bei Kindern eine Frage der Erziehung, wie sich sich einem Hund nähern und ob sie alt genug sind, den Hund als Individuum zu respektieren.

 

Boxer:
Der Boxer galt noch in den achtziger Jahren als Hund, dem man besser aus dem Weg geht. Denn der deutsche Boxer stammt von Kampfhunden ab und wird, bei falscher Führung, schnell zu einem Raufer und Beißer. Boxer, die scharf gemacht werden, verteidigen ihren "Besitz" und ihre Familie mit einer enormen Unerschrockenheit und greifen ihre "Gegner" kämpferisch an, wobei selbst Schläge sie nicht aufhalten können. Der Boxer braucht eine gütige, wenn auch konsequente Erziehung und ist somit sicherlich nicht unbedingt als "Anfängerhund" zu betrachten. Boxer sind außerordentlich spielfreudig, verschmust und kinderlieb. Sie benötigen viel Auslauf. Boxer werden im Schnitt 10 Jahre alt und ihr Gewicht beträgt ca. 30kg, bei einer Schulterhöhe von etwa 65 cm. Leider kommt es bei Boxern immer wieder vor, dass sie an Krebs erkranken und im Alter an einer Versteifung der Wirbelsäule leiden (die so genannte Hüftgelenkdysplasie - HD). Der Boxer ist der ideale Familienhund, weil kaum ein anderer Hund sich so viel von Kindern gefallen lässt. Selbst kleinere Kinder, die einen Hund mehr als Plüschtier betrachten und nicht unbedingt sanft mit ihm umgehen, haben von ihrem Boxer nichts zu befürchten. Geduldig lässt er alles mit sich machen. Nur wenn man ihm keine Beachtung schenkt und er zu wenig Streicheleinheiten bekommt, wird er mürrisch und zieht sich in die Ecke zurück. Ansonsten kann man mit ihm stundenlang toben und er scheint kaum müde zu werden. Die Hundeschule zu besuchen, ist für ihn gleichzeitig Erziehung und Spaß und sollte deshalb mit zum Ausbildungsprogramm gehören.

 

Neufundländer:
Der Neufundländer gilt als leicht zu erziehen und ist sehr gehorsam. Er ist gerne im Freien und badet in der Regel für sein Leben gern. Er ist wachsam und hat ein ausgeglichenes Wesen. Aufgrund seiner Größe sollte er auf jeden Fall in einem Haus mit Garten gehalten werden. Seine Familie behütet er wie seine eigenen Kinder, allerdings ohne dabei angriffslustig zu werden. Ein Knurren und das Gesamterscheinungsbild genügen ohnehin, um jeden "Gegner" in die Flucht zu schlagen. Sein wuscheliges Fell benötigt viel Pflege und aufgrund seines Gewichtes von bis zu 65kg, hat er ein enormen Futterbedarf. Viel Bewegung braucht er eigentlich nicht. Nur eine Möglichkeit so viel ins Wasser zu gehen, wie er möchte. Und er möchte eigentlich immer ;-). Seine Schulterhöhe kann bis zu 75cm betragen und er wird im Durchschnitt etwa 12 Jahre alt. Auch hier kann es zu  HD kommen. Ansonsten ist er ein robuster und kinderlieber Hund, der eine ruhige und liebevolle Erziehung braucht. Als Anfängerhund geeignet, wenn man kräftig genug ist, ihn an der Leine zu führen. Denn aufgrund seines Gewichtes und der Statur, kann er schon mal kräftiger daran ziehen.

 

Beagle:
Der Beagle ist ein lebhafter und lebendiger Hund und ein idealer Spielgefährte für Kinder. Er schmust gerne und ist enorm ausdauernd und schnell. Er ist im Grunde genommen ein Jagdhund, was dazu führen kann, dass er, wenn er nicht angeleint ist, lieber dem Hasen hinterher jagt, als auf die Rufe seines Herrchens zu hören. Eine konsequente Erziehung, viel Bewegung und genügend Spieleinheiten, machen diesen selbstbewussten und freundlichen Hund zum idealen Begleiter. Allerdings bellen Beagle z.B. mehr als Boxer oder Neufundländer und wegen seines geselligen Wesens ist er als Wachhund denkbar ungeeignet. Beagle werden bei einer Höhe bis zu 40cm und einem Gewicht bis zu 18kg etwa 12 Jahre alt. Sein kurzes Fell benötigt wenig Bürstenstriche und Krankheiten sind bei ihm eher die Ausnahme.

 

Collie:
Die Fernsehserie "Lassie" zeigt diesen schönen Hund von seiner besten Seite. Sehr lieb im Umgang mit den eigenen Kindern, intelligent und ein guter Beschützer. Dennoch sollte man nicht außer Acht lassen, dass diese Rasse nicht ganz einfach ist. Mitunter recht sensibel, benötigt er eine erfahrene Hand, die seinen Lerneifer und den natürlichen Schutztrieb in die richtige Bahn lenkt. Das Fell muss täglich gebürstet werden und genügend Platz und Auslauf sollten ihm zur Verfügung gestellt werden. Collies werden etwa 15 Jahre alt. Gewicht ca. 30kg und  die Höhe liegt bei ca.60cm. Collies laufen auch gerne neben dem Fahrrad her, sie lernen schnell und wollen viel beschäftigt werden.

 

Hovawart:
Diese Rasse eignet sich ebenfalls hervorragend als Familienhund. Hovawarts benötigen allerdings eine sehr konsequente Erziehung. Aber sobald sie einen als Leithund anerkannt haben, zeigen sie sich von ihrer besten Seite. Sie bellen wenig, sind sehr lernfreudig und benötigen ausreichenden Auslauf. Eine Hundeschule ist für einen Hovawart ideal, da sie gerne trainieren und man ihm hier, unter fachkundiger Anleitung, schnell zeigen kann, wer der Herr im Haus ist. Hovawarts gehören auf keinen Fall in die Wohnung. Sie können sogar im Zwinger draußen gehalten werden, wenn sie genügend soziale Bindungen haben. Der gute Wächter wird ca. 10 Jahre alt und erreicht ein Gewicht bis ca. 35kg bei einer Höhe von bis zu 70cm.

 

Labrador und Golden Retriever:
Beide Hunderassen zeichnen sich durch große Lernfreudigkeit, Geduld und Kinderfreundlichkeit aus. Der Golden Retriever liebt das Wasser und möchte am liebsten in jedem Tümpel baden. Der Labrador apportiert für sein Leben gern und benötigt, genau wie der Golden Retriever, viel Auslauf und Fellpflege. Die beiden Hunderassen werden etwa 32kg schwer und erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 62cm. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 14 Jahren. Diese Rassen spielen gerne, wachen über ihre Familie, ohne mehr als nötig zu bellen und sind verträglich im Umgang mit anderen Hunden.

Hundekauf Zurück - Button

Wo kauf man denn seinen Hund am besten? Beim Züchter, im Tierheim, von einer Organisation, auf dem Markt, von Privat?

Wovon ganz klar abzuraten ist, ist der Kauf eines Hundes (oder irgendeines anderen Tieres) auf den Wochenendmärkten oder auf Tiermärkten, die es meist im Osten gibt. Leider finden sich hier viele dubiose Händler ein, die es nur auf das schnelle Geld abgesehen haben und Hundebabys im wahrsten Sinne des Wortes von ihren Hündinnen wie am Fliesband produzieren lassen. Artgerechte Haltung ist hier meist Fehlanzeige und die Hundebabys bekommen oft nicht die ausreichende Zeit, um von der Mutter entwöhnt zu werden. Hier sind Tiere eine Ware, die es gilt schnell und gewinnbringend an den Mann bzw. die Frau zu bringen.  Man sollte sich also immer die Lebensbedingungen der Tiere ansehen können. Werden die Tiere wirklich artgerecht gehalten? Müssen die Hündinnen nicht als reine Brutmaschinen fungieren? Wurden die Tiere tierärztlich versorgt, d.h. geimpft, untersucht, entwurmt, etc.?

Aber auch unter Züchtern gibt es schwarze Schafe! Möchte man seinen Hund über einen Züchter kaufen, dann sollte man vorab erstmal Erkundigungen über ihn anstellen.  Gehört er einem Züchterverband an? Wird seine Zucht regelmäßig überprüft und gibt es vielleicht schon Jemanden im Bekanntenkreis, der über diesen Züchter ein gesundes Tier erworben hat? Seriöse Züchter findet man z.B. beim Verband deutscher Hundezüchter. Aber auch private Hobbyzüchter gibt es und am besten ist es, wenn man einen Züchter in seiner Nähe findet, um sich selber ein Bild über die Hunde und ihr Leben macht. Eine Checkliste für seriöse Züchter findet man hier >>

In den Tierheimen wimmelt es leider von Hunden. Vom Rassehund bis zur Promenadenmischung - vom Welpen bis zum 15 Jahre alten Hundeopa ist alles vorhanden. Nicht immer können die Tierheime Auskunft über die Herkunft und das frühere Leben ihrer Schützlinge geben und leider auch nicht immer die Rasse bestimmen. So haben wir uns vor Jahren einen Welpen im Hamburger Tierheim gekauft, der als reinrassiger Retriever verkauft wurde. Wie sich mit der Zeit dann aber rausstellte, war es wohl eher ein Mix aus Terrier, Golden Retriever und wohl noch ein paar anderen Rassen. Das tat unserer Liebe zu dem Hund zwar keinen Abbruch, aber in Hinblick auf die Anschaffungskosten (reinrassige Hunde sind in der Vermittlung oft teurer als nicht - reinrassige Hunde) war das schon nicht in Ordnung und für Leute, die wirklich Wert auf einen reinrassigen Hund legen auch ziemlich dreist. Ob es nun Absicht, mangelnder Sachverstand oder einfach nur Irrtum war, bleibt dahin gestellt...  Hunde aus dem Tierheim müssen nicht zwangsläufig einen Knacks mitbekommen haben, weil sie vielleicht Monate oder sogar Jahre "hinter Gittern" gesessen haben. Auch hier gilt wieder: viele Faktoren spielen eine Rolle, wie sich ein Hund entwickelt. Es sind sein Charakter, seine Lebenserfahrungen die er mit dem Mensch gemacht hat und ob wir den Hund glücklich machen können. Oft zeigen Tierheim Hunde ein aggressives Verhalten wenn Besucher kommen. Sie bellen und springen gegen die Zwingertür. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht liebenswert sind. Am besten findet man heraus, wie sich der Hund verhält, wenn man ihn aus dem Zwinger holt und einige "Probe-Spaziergänge" mit ihm unternimmt. Besser wäre es natürlich, wenn man die Möglichkeit bekommt, das Tier ein paar Tage zu sich nach Hause zu nehmen. Hier lernen sich Hund und Mensch am besten kennen und man kann schneller beurteilen, ob der Hund zu uns passt und wir zu ihm. Das erspart ihm wahrscheinlich auch, dass er nach ein paar Monaten wieder "abgeschoben" wird, weil man sich einen ganz anderen Hund vorgestellt hat...

Im Netz gibt es auch etliche Seiten von Vereinen, die sich z.B. auf eine bestimmte Rasse spezialisiert haben und Hunde entweder an Pflegefamilien oder an endgültige Besitzer vermitteln. Oft sind schon ganz genaue Vorgaben gemacht, wie man sich das neue Heim vorstellt. Ob das nun immer sinnvoll ist, sei mal dahin gestellt... Das ein großer Hund nur an Gartenbesitzer abgegeben wird oder ein Hund grundsätzlich nur als Zweithund vermittelt wird, behindert eher die Vermittlungschancen und wer will beurteilen, ob es dem Hund nicht auch in anderer Umgebung gut gehen kann? Denn Jemand, der viel Zeit mit dem Hund beim Joggen verbringt, ist vielleicht eher geeignet, als ein Gartenbesitzer, der seinen Hund nur mal eben "ins Grüne raus schmeißt". 

Und dann gibt es noch die vielen Seiten mit den Tierschützern, die Hunde aus aller Herren Länder "gerettet" haben. Aber über Eines sollte man sich im Klaren sein: ein Hund, der jahrelang frei auf den Straßen gelebt hat ohne wirklichen Bezug zu Menschen, ist allemal schwerer zu halten als ein sozialisierter Hund. Und dann stellt sich mir auch die Frage: gibt es nicht in unseren Tierheimen genug Tiere? Nicht, dass ich die Arbeit solcher Menschen nicht bewundernswert finde, aber wäre es für die Tiere nicht schöner, wenn sie in ihrem Land bleiben könnten und man lieber dort die Menschen "umerzieht", damit sie lernen, dass ein Hund (oder eine Katze) ein liebenswerter Begleiter ist? Gerade in südlichen Ländern haben die Menschen eine völlig andere Einstellung zu Hunden und Katzen als wir. Sieht man in seinem Strandurlaub ein paar Hunde streunen, dann kann man sich sicher sein, dass diese Tiere im nächsten Jahr nicht wieder da sein werden, weil man sie in Tötungsstationen gebracht hat oder sie auf andere Art und Weise ums Leben gekommen sind. Man kann sicherlich einen Teil dieser Tiere "retten", indem man sie nach Deutschland holt. Aber ist ihr Leben dann besser, wenn sie hier jahrelang in Zwingern sitzen müssen, weil sich kein Abnehmer findet?  Und was ist mit den vielen anderen Tieren, die man nicht retten konnte? Gute Aufklärungsarbeit wäre meines Erachtens viel hilfreicher. Spendengelder könnten in die Sterilisation dieser Tiere investiert werden, damit sie sich nicht unnötig vermehren und wenn es "Ärzte ohne Grenzen" gibt, dann könnte man mit "Tierärzten ohne Grenzen" auch viel erreichen!   

Gute Erfahrungen habe ich persönlich mit dem Kauf von Hunden bei Privatpersonen gemacht. Meine Eltern hatten bislang 3 Boxer, 2 Golden Retriever und einen Mix. 5 Hunde kamen von Privatleuten und zwar waren alle Hunde bereits aus dem Welpenalter heraus. Zwischen 2 und 4 Jahren waren die Hunde alt und haben sich prima in ihr neues Leben eingewöhnt. Auch unser Hund stammt von Privat. Er war 2 Jahre alt, als wir ihn bekommen haben und vom ersten Moment an fühlte er sich bei uns wohl und tut es heute noch. Monatelange Recherchen im Netz haben uns auf unseren Hund gebracht. Jede Hundeseite wurde durchforstet und wir haben uns lange Zeit mit der Entscheidung gelassen. Der Hund soll schließlich zur Familie passen und wir müssen dem Hund gerecht werden. Raus gekommen ist ein Münsterländer Mix mit schwarz-weißem Fell. Obwohl wir die dritten Besitzer für ihn sind (er war 2 Jahre alt, als wir ihn bekamen) hat er keine Macken. Er liebt seine Familie abgöttisch und scheint dankbar für jeden Tag, den er nun endlich sein endgültiges Zuhause gefunden hat.

Der Preis spielt eine nicht unerhebliche Rolle bei der Anschaffung. Rassehunde für 1500,- Euro kann man ebenso erwerben wie einen Mix von Privat für 100,- Euro. Manchmal kommt man auch einfach so an seinen Hund, weil die Vorbesitzer einfach nur einen schönen Platz für ihr Tier suchen, welches sie aus persönlichen Gründen nicht mehr selber behalten können.

Was man aber für den Hundekauf unbedingt haben sollte ist Zeit! Zeit genau zu überlegen welche Art Hund es sein soll (Klein, Groß, Rassehund, Mix etc.) und Zeit das Tier kennen zu lernen. Für den Hund ist es auch nicht gerade toll wenn er direkt aus dem Tierheimzwinger in ein neues Zuhause kommt, wo alles fremd ist. Er möchte seine Umgebung kennen lernen und die Menschen, mit denen er es von nun an zu tun hat. Also erwirbt man seinen neuen Hund am besten im Urlaub, wenn man ansonsten vielleicht arbeiten geht. So hat man die nötige Ruhe und Zeit sich gegenseitig kennen zu lernen.      

Haltung und Pflege Zurück - Button

Bevor man sich einen Hund anschafft, sollten ein paar Dinge geklärt sein:

  • Welcher Hund kommt überhaupt in Frage?
  • Habe ich die Zeit, um dem Hund genügend Auslauf zu bieten?
  • Ist genug Platz vorhanden?
  • Was passiert mit dem Hund, wenn ich in den Urlaub fahre und ihn nicht mitnehmen kann?
  • Habe ich Zeit eine Hundeschule zu besuchen?
  • Bin ich selbstsicher genug, einen dominanten Hund zu führen?
  • Was kostet der Hund im Monat an Futter etc.
  • Kann ich hohe Tierarztrechnungen bezahlen?
  • Belasten die erforderlichen Impfungen die Haushaltskasse?
  • Was kostet eine Hundehaftpflichtversicherung im Jahr? Wie hoch ist die Hundesteuer?
  • Wie viel Geld muss in die Erstausstattung, wie Leine, Korb, Bürste, etc. investiert werden?
  • Sind die Kinder alt genug, um mit einem Hund "vernünftig" umzugehen?
  • Darf ich überhaupt einen Hund in der Wohnung halten?
  • Will ich den Hund unbedingt vom Züchter oder kann es auch einer aus dem Tierheim sein?
  • Soll es ein Welpe sein oder ein älterer Hund?
  • Sind alle Familienmitglieder mit einem Hund einverstanden?
  • Bin ich bereit, auch bei schwerer Krankheit und wenn der Hund alt ist, für ihn zu sorgen?
  • Gibt es bei Familienmitgliedern eine Hundehaarallergie?
  • Sind ausreichend Grünflächen in der Nachbarschaft, damit der Wohnungshund Auslauf hat?

Wenn man diese ganzen Fragen für sich beantwortet hat, dann sind die Fragen zur Haltung bereits beantwortet. Ein Hund soll Freude bereiten und wir haben dem Tier gegenüber eine Verantwortung. Eine Dogge in der 1-Zimmerwohnung ist genauso eine Tierquälerei, wie einen Hund zehn Stunden am Tag alleine zu Hause zu lassen. Die Zahl der Hunde, die jährlich ausgesetzt werden oder von ihren Besitzern unter fadenscheinigen Argumenten im Tierheim abgegeben werden, spricht für sich. Einen Hund zur Weihnachtszeit zu kaufen, zeugt genauso von mangelndem Verstand, wie einen unerwünschten Hund zur Reisezeit an der Autobahnraststätte auszusetzen. Sich erst einen Hund zu kaufen und sich dann zu überlegen, welche Kosten und welcher Zeitaufwand damit verbunden sind kann nicht der richtige Weg sein. Tommy und Jule

Die Pflege eines Hundes kann, je nach Rasse, sehr zeitintensiv sein und zur richtigen Pflege gehört nun mal auch der regelmäßige Tierarztbesuch. Kastration, Impfungen, Operationen und Medikamente für das Tier können sich recht schnell summieren. Ein kleiner Hund ist wie ein Baby. Man muss ihm beibringen stubenrein zu werden, eine Erziehung ist unabdingbar und der Hund sollte uns kostbarer sein, als der Teppich oder die Hausschuhe, die ein kleiner Welpe schon mal aus Spielfreude zerbeißen kann.

Erziehung: Zurück - Button

Jeder Hund benötigt eine Erziehung. Ein unkontrollierbarer Hund kann schnell zu einer Gefahr für die Allgemeinheit werden. Auch wenn der eigene Hund noch so lieb ist, so sollte man es Niemanden zumuten, dass das Tier an Anderen hochspringt, Fremde auf der Straße beschnüffelt oder Kinder aus Spieltrieb einfach umrennt. Denn nicht Jeder Mensch mag Hunde. Manche haben sogar regelrecht Angst vor ihnen und freilaufende Hunde, die den Befehlen ihrer Besitzer nicht gehorchen, sind ihnen ein Gräuel. Hunde in der Stadt gehören an die Leine und Hunde, von denen bekannt ist, dass sie jeden Fremden freudig anspringen, sollten soweit erzogen sein, dass sie dieses unterlassen. Aber auch die richtige Erziehung bei Kindern spielt eine große Rolle bei dem richtigen Umgang mit Hunden.
Eine Hundeschule kann durchaus sinnvoll sein. Zum einen lernt man Hundebesitzer kennen und erfährt vielleicht jede Menge wichtige Informationen über seinen Hund. Zum anderen ist das Training für den Hund ein wichtiger Baustein in seiner Erziehung.  Neben den Befehlen wie "platz", "sitz" und "aus", lernt er gleichzeitig den Umgang mit anderen Hunden. Das soziale Verhalten eines Hundes ist Bestandteil seines Verhaltens gegenüber anderen Hunden und Menschen. Ein Hund, der viel mit anderen Hunden zusammen kommt, wird sich eher einfügen und lernen, dass er auch ohne Beißerei seine Stellung innerhalb einer Gruppe behaupten kann, als ein Hund, der von seinem Besitzer an der kurzen Leine geführt wird und von jedem anderen Tier, welches sich ihm nähert, weggerissen wird. In vielen Parks kann man gut beobachten, dass Hunde unterschiedlicher Rassen miteinander spielen und auch mal raufen. Aber nur sehr selten kommt es zu einer Beißerei. Hunde wollen, wie Menschen, ihre Umgebung entdecken und Freunde finden. Sie müssen lernen, was es bedeutet, wenn ein anderer Hund die Zähne fletscht, oder freudig mit dem Schwanz wedelt.
Doch zahlreiche Hundebesitzer und kurioserweise oftmals die von kleinen Hunden, halten ihre Tiere ängstlich auf Abstand, sobald sich ein anderer Hund nähert. Dabei sind es doch gerade die Kleinen, die vor größeren Hunden kaum etwas zu befürchten haben, weil diese sie nicht ernst nehmen (weil ohnehin keine Gefahr von ihnen ausgeht) oder sie als Baby betrachten, welches man eher beschützen, als angreifen muss.
Rüden brauchen meist eine stärkere Hand als Hündinnen. Rüden wollen dominieren, zeigen wer der Stärkste ist, Hündinnen imponieren und gebärden sich manchmal wie männliche Machos. Ein kurzer Befehl sollte genügen, ihnen zu zeigen, dass sie keinesfalls Rudelführer sind, sondern dass Herrchen oder Frauchen diese Position inne haben.
Hunde mit Schlägen erziehen zu wollen zeugt nur von Dummheit. Ein geschlagener Hund wird entweder zum Feind oder zum unterwürfigen Tier, welches ängstlich in der Ecke hockt und darauf wartet, wieder geschlagen zu werden. Niemals sollte man einen Hund mit der Hand schlagen und wenn man auf Erziehungsmaßnahmen wie Schläge nicht verzichten will, dann bitte nur mit einer Zeitung und nur einen leichten Klaps auf das Hinterteil (Dieser Rat gilt aber nur für die ganz Unverbesserlichen, die noch nicht erkannt haben, dass Schläge - egal wie sie ausgeführt werden - kein Erziehungsmittel sein sollten!).
Als geeignet hat es sich auch erwiesen, wenn man den Hund mit einem kurzen und scharfen "Nein" zurecht weist. Hunde merken sehr wohl die unterschiedlichen Lautstärken und Stimmungen, mit denen man ihnen begegnet. Ein Hund, der früh genug eine richtige Erziehung genießt wird sich später in der Gesellschaft anderer Menschen und Hunde besser einfügen.
Stachelhalsbänder gehören genauso wenig zu der Erziehung eines Hundes, wie Anschreien. Ein Hund soll aus Freude lernen und er wird folgen, wenn er sich ernst genommen fühlt als Individuum.

Kind und Hund Zurück - Button

Kindern sollte stets eine gehörige Portion Respekt vor Hunden mit auf den Weg gegeben werden, ohne dass man sie jedoch hysterisch von allen Hunden fern hält. Bevor ein unbekanntes Tier gestreichelt wird, ist vorher immer der Besitzer zu fragen, ob dieser das möchte, bzw. ob der Hund dieses zulässt. An Hunde soll man sich nie von hinten anschleichen, sie schlagen, am Schwanz ziehen oder beim Fressen stören. Sobald ein fremder Hund auf einen zugelaufen kommt, dass Kind nicht ruckartig hochziehen und auf den Arm nehmen. Der Hund sieht dies als Aufforderung zum Spiel und würde eher nach dem Kind schnappen, als wenn man ihm die Möglichkeit gibt, ein wenig am Kind zu schnuppern. Kinder, deren Eltern Angst vor Hunden haben, zeigen auch oftmals eine unbegründete Angst, obwohl sie vielleicht noch nie schlechte Erfahrungen mit Hunden gemacht haben. Hunde spüren Angst sehr genau und reagieren angriffslustig. Bei einer Hundeattacke ist Ruhe zu bewahren, dem Hund nicht direkt in die Augen sehen und versuchen, so gelassen wie möglich zu bleiben.
Das Ammenmärchen "Alle Hunde sind wie Kommissar Rex" ist genauso unangebracht, wie die Panikmache "Alle Hunde sind gefährlich". Kinder und Hunde muss man behutsam zusammenführen. Sie sollen sich gegenseitig respektieren und aufeinander Rücksicht nehmen. Die Vorstellung einiger Eltern, dass selbst ihre Kleinkinder vernünftig mit einem Hund umgehen können, ist schwer nachzuvollziehen. Babys und Kleinkinder sehen vielmehr in einem Hund ein lebendes Plüschtier, dass sie in einem Moment zwar liebevoll kraulen, aber im nächste Moment durchaus auf die Nase hauen können. Denn der Teddy meckert ja auch nicht, wenn man ihn unsanft in die Ecke schmeißt.
Kleine Kinder und Hunde sollten nie ohne Aufsicht sein und Kinder, die sich sehnlichst einen Hund wünschen, müssen ein gewisses Alter erreicht haben, bevor man ihnen die volle Verantwortung für das Tier übertragen kann. Kindern ab 14 Jahren kann man diese Verantwortung durchaus übertragen. Bei jüngeren Kindern wird die Verantwortung letztendlich doch bei den Eltern liegen. Und ein Kind sollte zudem den Hund wirklich an der Leine halten können, selbst dann, wenn dieser stark daran zieht, um auf die andere Straßenseite zu gelangen, weil er die Hündin seiner Träume dort entdeckt hat.
Übrigens ist es auch ratsam sich bei seiner Hundehaftpflichtversicherung zu erkundigen, ob die Versicherung auch bei Schäden aufkommt, die das Tier verursacht hat, wenn das Kind den Hund ausgeführt hat. Denn einige Versicherungen lehnen grundsätzlich die Kosten ab, wenn sich rausstellt, dass das z.B. 10-jährige Kind den Hund an der Leine hatte...

Tipps Zurück - Button

Hunde lernen - und zwar ein Leben lang. Mit der richtigen Erziehung und absoluter Konsequenz kann man also auch älteren Hunden ihre "Macken" wieder abgewöhnen. Dazu ein paar Beispiele:

Wenn es jedes Mal in Stress ausartet mit dem Hund spazieren zu gehen, weil er an der Leine zieht, andere Hunde attackiert oder jeden Jogger und Radfahrer anbellt, dann ist "Hundetraining" angesagt. Hunde, die an der Leine zerren bei jedem Spaziergang sehen sich in der Rudel - Hierarchie eindeutig oben. Der Hund zeigt seinem Herrchen wo es lang geht...  Hier gibt es mehrere Tricks um dem entgegen zu wirken. Zum einen muss der Hund lernen, dass sein Fixpunkt immer und überall sein Herrchen sein muss. Belohnt man den Hund (z.B. mit Leckerlis), für richtiges Verhalten, dann wird er sich schnell auf sein Herrchen konzentrieren und nicht mehr darauf wie "Dr. Kimble auf der Flucht" an der Leine zu ziehen. Sobald der Hund wieder anfängt zu ziehen, bleibt man einfach stehen - der Hund wird sich entweder irritiert zu einem umsehen, oder einfach weiterzerren. Sieht er sich um, dann sagt man sofort "fein gemacht" und belohnt ihn mit einem Leckerli und geht dann weiter. Zieht er wieder: stehen bleiben, abwarten bis der Hund sich zu einem umdreht, loben und Leckerli geben... Am Anfang wird man mit dieser Übung wahrscheinlich keine 100 Schritte weit kommen, aber ist man in seinem Verhalten konsequent, dann lernt der Hund sehr schnell, dass es sich nicht lohnt zu ziehen, sondern es besser ist, bei seinem Herrchen zu bleiben, wo die lobenden Worte und die Leckerlis sind.
Sieht sich der Hund nicht nach einem um, sondern zerrt weiter, dann dreht man sich einfach um und wechselt die Laufrichtung. Damit signalisiert man seinem Hund: ich zeige dir wo es lang geht und nicht du!

Ein gutes Training ist es übrigens auch, wenn man den Hund - im wahrsten Sinne des Wortes - an die lange Leine nimmt. Geeignet sind hier Flächen, wo der Hund viel Auslauf hat, wie z.B. auf einer Wiese. Wenn der Hund sonst immer sofort losprescht und nicht mehr hört, wenn man ihn ruft , dann wirkt die lange Leine Wunder. Er hat Auslauf, ist aber unter Kontrolle. Strafft sich die Leine, dann wird er gerufen und mit einem Leckerli und lobenden Worten bedacht, sobald er zu seinem Herrchen zurück kehrt. Auch hier gilt: hört er gar nicht, einfach die Richtung wechseln und so den Hund "zwingen" die eigene gewünschte Richtung einzuschlagen. 

Den größten Fehler den man machen kann, ist, wenn man an der Leine zieht und den Hund anschreit, sobald er z.B. anfängt Radfahrer oder Jogger anzubellen. Durch das eigene Verhalten wird der Hund darin bestärkt in seinem Aggressionsverhalten fort zu fahren. Besser ist es in solchen Situationen das Hundegebell zu ignorieren und ruhig, aber bestimmt seinen Weg fortzusetzen. Sobald der Hund mit deinem Gebell aufhört, wird er ausgiebig belohnt mit Worten uns Leckerli. So merkt er schnell: bin ich ruhig und brav, bekomme ich Lob - kläffe ich rum, dann werde ich ignoriert und mein Verhalten ist unerwünscht.

Es ist ohnehin so, dass ein Hund immer am besten durch Lob lernt. Mit Strafe, Schreien und zerren an Leine oder Halsband erreicht man nichts. Eher im Gegenteil. Da der Hund den Sinn unserer Worte ohnehin nicht versteht, sondern nur die Tonlage und unsere Körperhaltung interpretiert, würde es ihn nur noch in seinem Verhalten bestärken zu kläffen oder Aggressionen zu zeigen, wenn wir mit ihm zusammen "kläffen" oder uns aggressiv verhalten.

Bewährt haben sich im Verhaltenstraining die so genannten "Haltis". Ein Halti wird dem Hund um die Schnauze gelegt und dient, wie die zusätzliche Leine, als Richtungsweiser. Der Hund wird mit einem Halti quasi gezwungen seinen Halter anzusehen und so von Joggern, anderen Hunden, Passanten etc. abgelenkt. Fängt der Hund z.B. an den entgegen kommenden Radfahrer anzubellen, dann ruft man seinen Namen und zieht leicht an dem Halti um den Kopf des Hundes in die eigene Richtung zu drehen. So ist der Hund gezwungen seinen Blick auf uns zu richten, es folgt Lob und ein Leckerli... Er ist abgelenkt vom Radfahrer etc. und prägt sich mit der Zeit ein, dass es besser ist sich auf seinen Halter zu konzentrieren, als auf das, was um ihn herum passiert.

Der Mensch prägt entscheidend das Verhalten seines Hundes! Je länger wir ein Verhalten des Hundes ignorieren oder ihn sogar noch darin bestärken, desto schwieriger wird es, ihm das unerwünschte Verhalten wieder abzugewöhnen. Lassen wir den Hund z.B. aufs Sofa, dann wird er es nicht verstehen, wenn er ein paar Monate oder Jahre später nicht mehr auf die neue Ledercouch darf. Finden wir es am Anfang noch lustig, wenn er uns freudig anspringt als Begrüßung, müssen wir uns nicht wundern, wenn der Hund bald Jeden anspringt der ihm entgegen kommt. Aber nicht Jeder findet es lustig von einem Hund angesprungen zu werden und schon gar nicht, wenn dieser gerade vorher durch Pfützen gegangen ist. Zeigen wir unserem Hund nicht, dass wir die Rudelführer sind, dann wird er sehr schnell diese Rolle innehaben und die gesamte Familie tyrannisieren. Und alle Familienmitglieder müssen sich natürlich einig sein in der Erziehung. Sagt der Eine "Hü" und der Andere "Hott", dann macht der Hund schnell was er will, weil er ja keine klaren Anweisungen erhält. Auch alle Befehle wie "Sitz", "Platz", "Steh", "Bleib" etc. müssen in den betreffenden Situationen gleich bleiben. Ein Hund versteht nicht das Wort an sich, aber den Tonfall und die Wortlänge, möglichst mit einer entsprechenden Handbewegung kommentiert, kann er sich einprägen.

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