Das Internet bietet eine Fülle von Möglichkeiten und es gibt wohl
kaum eine Frage, die im WWW unbeantwortet bleibt, da es unendlich viele
Internetseiten gibt, die Informationen zur Verfügung stellen.
Aber da da Internet nun mal von Informationen und weiterführenden Links
auf andere Seiten lebt, ist es niemals möglich Kinder nur den
"kindersicheren" Teil des Internets zugänglich zu machen.
Selbst die beste Filtersoftware die es gibt, kann es nicht verhindern,
dass Kinder den Weg auf fragwürdige Seiten finden.
Aber trotzdem ist es die Aufgabe der Eltern ihre Kinder auf ihrem Weg
durch das WWW zu begleiten und ihr möglichstes zu tun, damit die Kinder
das Internet als Informations-, Spiel- und Unterhaltungsmedium nutzen
können.
Auch Eltern, die sich eigentlich nicht für das Internet interessieren,
sollten ihre Kinder nicht ohne jegliche Aufsicht an den Computer lassen.
Welches Alter richtig ist, um Kinder den Zugang zum WWW zu gewähren,
bleibt natürlich den Eltern überlassen. Aber Sechsjährige
unbeaufsichtigt vor den PC zu setzen, entbehrt wohl jeglicher
pädagogischer Grundlage.
Was Eltern beachten sollten:
Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser...
Mit zunehmenden Alter wollen die Kinder nicht mehr ständig Mami und
Papi neben sich sitzen haben, wenn sie durch das Internet surfen.
Alleine oder mit Freunden wird dann das WWW erforscht und oft sind es
nicht die Angebote, die etwas zum Thema Schule bieten, die die Kids
interessant finden.
Eltern sollten, trotz der Alleingänge ihrer Sprösslinge im Netz, nicht
aufhören sich für das Surfverhalten ihrer Kinder zu interessieren.
Kinder, die zu ihren Eltern Vertrauen haben, werden ihnen berichten,
wenn sie beim surfen auf "seltsame" Seiten gekommen sind, oder
wenn Jemand sie in unsittlicher Weise angesprochen hat.
Eine Möglichkeit zu kontrollieren, welche Seiten angesurft worden sind,
besteht darin, dass man sich z.B. beim Internet Explorer unter dem Punkt
"Verlauf" (oben in der Menüleiste) die angesurften Seiten
ansieht.
Gespräche zwischen Eltern und Kindern sind also wichtig, damit dem
Kind die unangenehmen Seiten des Surfens erspart bleibt.
Für das Surfen, wie für den Austausch von Mailprogrammen gelten
bestimmte Regeln, die das Kind strikt einhalten sollte:
Keine Adresse, Telefonnummer oder sonstige persönliche Angaben
preisgeben.
Grundsätzlich die Eltern informieren, wenn eine Seite unseriös
wirkt, ein Gesprächspartner zudringlich wird oder Spanmails
(unerwünschte Werbemails) den Mail-Briefkasten überfluten.
Mailadresse nur an wirkliche Freunde weitergeben. Für alle
"Anderen" eine Mailadresse einrichten, die problemlos
gelöscht werden kann, sobald unseriöse E-Mails zunehmen.
Niemals davon ausgehen, dass auf der anderen Seite tatsächlich
die Person sitzt, als die sie sich vorstellt.
Treffen mit Chatfreunden grundsätzlich den Eltern mitteilen und
nie ohne Begleitung eines Erwachsenen zu einem Treffen gehen.
Seiten, die ausdrücklich für Personen ab 18 Jahre gekennzeichnet
sind, sind auch wirklich nur für diesen Personenkreis!
Bei den ganzen aufregenden Seiten im Netz nicht die
Telefonrechnung der Eltern außer Acht lassen.
Persönliche Fotos niemals über das Mailprogramm verschicken.
Anhänge bei Mails erst mit einem Virenprogramm prüfen und auch
nur dann öffnen, wenn der Absender eine Mail angekündigt hat mit
"Anhang".
Passwörter niemals rausgeben - auch der besten Freundin nicht!
Bankverbindungen und Kreditkartennummern grundsätzlich nicht ohne
Genehmigung der Eltern angeben.
Chat-Räume für Kinder:
Manch Anbieter sieht sich selber als geeigneter Anbieter für Familien. Denn
es ist so
einfach so einfach sich anzumelden. Aber eine nicht zu
unterschätzende Gefahr bergen die Chaträume. Als
Erwachsener mag man viel Spaß haben in den unzähligen Chaträumen.
Aber Kinder und Jugendliche finden ebenso leicht den Weg zu Chaträumen,
die ganz und gar nicht für sie geeignet sind.
Obwohl in den Chaträumen auch Betreuer unterwegs sind, die die
Netiquette (freundlichens Miteinander) überwachen sollen, kann man
nicht davon ausgehen, dass diese überall gleichzeitig sein können. Und
Kinder und Jugendliche sind natürlich neugierig, was sie in den
Räumen so erwartet.
Leider sind es nicht immer Altersgenossen, die in den angebotenen
Kinderchats zu finden sind.
Um so wichtiger ist es, Kindern und Jugendlichen gewisse
Verhaltensregeln mit auf den Weg zu geben, die nicht nur für Chaträume
gültig sind.
Man sollte niemals den vollen Namen, die Telefonnummer oder die
Adresse weitergeben.
Kinder sind am besten in überwachten Kinderchats aufgehoben. Dort sind
erwachsene Beobachter vor Ort, die darauf achten, dass Niemand die
Kinder "anmacht" oder obszöne Gespräche mit ihnen anfängt.
Kinder sollten eine Mailadresse mit einem Pseudonymnamen
erhalten, den sie nach belieben ändern können. So schützen sie sich
am ehesten vor finsteren Gestalten, die auch nicht davor zurück
schrecken an Kinder Mails mit pornografischen, kriminellen und
rechtsradikalen Inhalten zu schicken.
Grundsätzlich müssen Kinder wissen, dass sie Passwörter niemals
rausgeben dürfen. Selbst wenn ein angeblicher Mitarbeiter der Chaträume ihnen
eine Nachricht schickt, dass er das Passwort für bestimmte Zwecke
braucht. Mitarbeiter würden NIE Passwörter abfragen!
Eltern sollten daher in der Anfangszeit ruhig dabei sitzen, wenn ihre
Kinder die Chaträume aufsuchen. So kann gewährleistet werden, dass
angeblich bewachte Chaträume auch tatsächliche erwachsene Aufpasser
hat.
Schüler VZ, Facebook und Co.
Man trifft sich halt online. Man hat nach ein paar Tagen etliche neue
"Freunde". Man tauscht sich aus und breitet das eigene Leben vor oftmals
Wildfremden aus. Sicherheitslücken werden nicht erkannt, die genaue
Handhabung ist ein Buch mit sieben Siegeln (Tessa und ihre Party
sind wohl das beste Beispiel dafür) und Cybermobbing nimmt unerwartete
Dimensionen an. Wer meint, sein Leben mit Fremden teilen zu müssen und in
der virtuellen Welt zu Höchstformen auflaufen zu müssen, der sollte meines
Erachtens 18 Jahre und älter sein. Ich bin kein Fan von Facebook, Twitter
und Co. Gibt es keine Telefone mehr, wenn man Freunde sprechen will? Löst
das virtuelle "Geknuddel" das Zwischenmenschliche komplett ab? Was bringen
mir 100 Freunde, die in der Not nicht greifbar sind?
Gerade Kinder sollen und müssen lernen wie man sich auseinander setzt,
wie man Konflikte löst in der realen Welt und wie wertvoll "echte" Freunde
sind. Ist das Kind wirklich mediensicher? Weiß es, welche Gefahren sich
hinter diesen Portalen verstecken können und was mit den persönlichen
Daten passiert? Das Internet vergisst nie! Peinliche Bilder holen einen
später im Berufsleben wieder ein und wenn der mögliche neue Chef mal "googeln"
geht, dann sind die Bilder von der Party von vor 5 Jahren vielleicht nicht
mehr so lustig... Und muss man wirklich der ganzen Internetgemeinde
mitteilen was man gerade macht und wie es einem geht? Ich persönlich halte
diese Entwicklung für ziemlich beängstigend. Kinder, Jugendliche (aber
leider auch Erwachsene) können scheinbar gar nicht mehr ohne. Nach der
Schule wird erstmal der PC angemacht, sich bei Schüler VZ angemeldet und
man "gruschelt" mit seinen Schulfreunden und Anderen, die man so "kennen
gelernt" hat. Gerade junge Mädchen präsentieren sich hier mit Fotos, die
mitunter so aufreizend sind, dass man sich fragt, ob die Eltern Ahnung
davon haben was ihre Kinder eigentlich so ins Netz stellen.
Facebook hat (noch) eine Altersbegrenzung. Kinder dürfen erst ab 13
Jahre teilnehmen. Aber das könnte sich bald ändern, denn Facebook möchte
den "Bildungswert" des Netzwerkes auch an jüngere Teilnehmer weitergeben.
Bildungswert? Welche Informationen gibt es bei Facebook, die man sich
nicht auch anders im Netz besorgen könnte? Oder bildet es, wenn man sich
mit Millionen Anderen über Sinnfreies austauschen kann? Und hat man
ernsthaft Interesse sich über ein Thema zu unterhalten, dann gibt es im
Netz etliche Foren, Blogs und Internetseiten und vor allem gleich gesinnte
Freunde in der realen Welt. Viele soziale Netzwerke hatten mal einen
Grundgedanken: Menschen zusammen zu bringen. Aber geblieben ist vor allem
eins: der kommerzielle Gedanke. Hier ein Klick und da ein "Find ich gut -
Button" und schon ist man im weltweiten Netz gefangen, welches genau unser
Surfverhalten analysiert. Big Brother ist watching you...
Cybermobbing ist auch ein Resultat dieser globalen Netzwerke. Man kann
so schön gemeinsam "ablästern" über den Klassenkameraden und ihm böse
Kommentare ins Gästebuch stellen. Sind sich Kinder und Jugendliche
wirklich bewusst, welchen psychischen Schaden sie damit anrichten können?
Die sozialen Netzwerke erfordern ein gewisses Maß an geistiger Reife um
sie wirklich sinnvoll zu nutzen. Ob man nun skyped, Mails schreibt, sich
im Chat trifft oder ein Profil bei Schüler VZ errichtet: wer
verantwortungsvoll damit umgehen kann, der hat hier selbstverständlich in
der modernen virtuellen Welt die Möglichkeit sich auszutauschen. Aber
Eltern sollten immer ein Auge darauf haben, ob ihre Kinder wirklich mit in
der Lage sind diese Medien auch sinnvoll zu nutzen!
Schutzprogramme:
Für jeden Surfer ist ein gutes Virenschutzprogramm das A und
O. Daneben gibt es noch einige andere gute Programme die das Surfen im
Netz sicherer machen. Gute Virenprogramme sind z.B. Norton
Antivirus und AntiVir.
Mal abgesehen davon, dass Eltern die Rufnummer mit der Vorwahl 0190 bei
der Telekom sperren lassen können, sei insbesondere vor den
Machenschaften dubioser Anbieter gewarnt, die sich den Umstand zunutze
machen wollen, dass es keine Beschränkung der Tarife für 0190-Nummern
gibt. Aber selbst, wenn man Kindern einschärft, solche Nummern nicht
anzuwählen, sind sie im Netz mitunter den kriminellen Methoden der
Anbieter, die ohne das Wissen der Besucher diese 0190-Dialer einfach auf
deren PCs installieren.
Neben dem Virenschutz ist eine Firewall von Vorteil. Gerade Vielsurfer
mit Flatrate, die über einen längeren Zeitraum eine IP behalten,
bieten eine hervorragende Angriffsfläche für "Hacker". Ein
kostenloses Tool bietet ZoneAlarm.
Das Programm ist auf englisch und bietet jede Menge
Einstellmöglichkeiten, um sich gegen Angriffe aus dem Netz zu
schützen.
Werbebanner sind nicht nur lästig, sondern sie haben auch den Nachteil,
dass sie nicht immer als Solche erkannt werden. Kinder, die auf eine
Internetseite kommen, wissen nicht unbedingt, dass manche Grafiken nur
Werbebanner sind und sie beim raufklicken das eigentliche
Internetangebot verlassen.
Surfer werden oft ganz gezielt ausspioniert. Dabei geht es vor allem
Firmen darum, zu erfahren, auf welchen Seiten sich der Surfer aufhält.
Aber nicht nur Firmen spionieren die Festplatten aus...
Mit Kindern sollte man unbedingt besprechen, wie wichtig es sein kann,
sensible Daten zu schützen.
Links:
Klicksafe
- Die EU Initative für mehr Sicherheit im Netz
Cyber Patrol
Web Filter - englischsprachige Software.
Jugendschutz - Jugendschutz.net
ist eine Stelle, die von den Jugendministerinnen und Jugendministern
der Länder gemeinsam eingerichtet wurde, um für die Beachtung des
notwendigen Jugendschutzes in den neuen Informations- und
Kommunikationsdiensten (Multimedia, Internet) zu sorgen.
WinTimer
Kindersicherung ist ein Programm zur Internetnutzungskontrolle.
Shareware.de
bietet jede Menge Tools, Programme und Zubehör, die das Leben mit
dem PC noch einfacher machen.