| Wer eigene Kinder hat, der muss sich irgendwann auch zwangsläufig mit dem Thema Schule auseinander setzen... |
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Allgemeines
Das Kind kommt in die Schule. Die Schultüte ist gepackt, der erste
Tag beginnt und eine neue Zeit bricht für Eltern und Kinder an. Jedes Kind ist anders, lernt anders und wächst anders auf. Da ist es für die Lehrer nicht einfach eine Horde von meist 25 Kindern im Zaun zu halten und ihnen mit Spaß, Verständnis und Zuwendung zu begegnen und ihnen nebenbei noch etwas bei zu bringen. Studien haben gezeigt, dass es Mädchen in der Grundschule meist leichter haben als Jungs. Und Kinder, die im allgemeinen als ruhig und aufmerksam gelten, sind schneller Lehrers Liebling als die Kinder, die rum zapppeln, ihre Hausaufgaben öfters vergessen oder sich auf dem Schulhof prügeln. Kinder, die den Unterricht stören werden gerne in die Schublade "hyperaktives Kind" gepackt und Kinder, die oft schlechte Zensuren haben, werden nach der Grundschulzeit mit einer Hauptschulempfehlung bedacht. Aber woran liegt es, dass Kinder Störenfriede sind, den Stoff nicht verarbeiten können und nicht zum Lehrerliebling werden? Man kann ganz platt darauf antworten: Sie sind dumm, haben ADHS, sind
der deutschen Sprache nicht mächtig, kommen aus einem asozialen
Umfeld... Lehrer und Eltern: zwei Welten prallen aufeinander! Auf der einen Seite der Lehrer, der seinen Stoff vermitteln möchte.
Der möglichst so wenig Störenfriede in der Klasse will, wie es
eben geht. Der sich wünscht, dass die Eltern mit ihm zusammen arbeiten
und der möchte, dass die Kinder in den Grundschuljahren so gut wie
möglich auf ihr weiteres Schulleben vorbereitet werden. Lehrer bekommen Vorgaben wie und was zu unterrichten ist. Selten bleibt darüber hinaus Zeit für individuelle Aufgaben oder anderen Stoff. An ihnen liegt es den Stoff zu vermitteln und zwar so, dass die Kinder nicht die Lust am Lernen verlieren. Ein Lehrer muss nicht nur Pädagoge sein, sondern auch Psychologe, Soziologe und Verhaltenstherapeut. Er muss sich befreien können von Vorlieben für bestimmte Schüler, nur weil diese besonders gut in der Schule sind. Vielmehr ist es seine Aufgabe die schwächeren Schüler zum Lernen zu motivieren. Er muss seinen Schülern Selbstbewusstsein vermitteln können und ihnen das Gefühl geben, dass er ihnen vertraut und sie ihm vertrauen können. Viele Eltern sind mit der Situation in der Grundschule unzufrieden. Denn in ihren Augen tun die Lehrer zu wenig um die Kinder zu motivieren. Umgekehrt empfinden viele Lehrer die Eltern als Grund dafür, dass Schüler nicht die Leistungen bringen, die sie bringen könnten. Denn ohne die Hilfe des Elternhauses ist es fast unmöglich den Weg zum Abitur zu schaffen. Denn nicht Jeder hat ein sich selber motivierendes Kind, welches nicht nur über einen hohen IQ, sondern auch über die Gabe verfügt selbstständig zu arbeiten und genug Ehrgeiz entwickelt seine Schulzeit mit guten Noten zu durchlaufen. Betrachten wir ein typisches Elterngespräch: Die Eltern wurden zum Gespräch eingeladen, da die schulischen Noten ihres Kindes zu wünschen übrig lassen. Es erscheint nur der Vater, die Mutter geht lieber zum Häkelkurs. Der Vater kommt 10 Minuten zu spät zum Termin. Er hat ein Handy am Ohr und beendet das Gespräch erst auf Aufforderung. 10 Minuten später, mitten im Gespräch, klingelt das Handy erneut und der Vater geht wieder ans Telefon... Hier handelt es sich nicht um eine ausgedachte Situation, sondern um eine Begebenheit die so oder in ähnlicher Form immer wieder vorkommt. Man kann viel an dem Verhalten der Eltern ablesen: das Interesse an dem Gespräch mit dem Lehrer tendiert gegen Null. Respektvoller Umgang mit dem anderen Gesprächsteilnehmer: Fehlanzeige. Interesse daran, die schulischen Probleme des Kindes in den Griff zu bekommen sind so gut wie nicht vorhanden. Meist folgt auch noch eine Schuldzuweisung durch die Eltern an den Lehrer, dass dieser daran schuld ist, dass das Kind schlechte Noten hat. Sicherlich ein Extrembeispiel, aber es wird deutlich, dass Eltern, die die Schule nicht ernst nehmen und denen nicht daran gelegen ist zusammen mit dem Lehrer zu arbeiten, ihren Kindern viel verbauen. Denn wird dieser Lehrer, den man so vor den Kopf gestoßen hat, sich noch ernsthaft um das Kind bemühen? Es gibt auch umgekehrte Fälle in denen der Lehrer das Kind ganz
offensichtlich ablehnt und das Kind bei sich jeder bietenden Gelegenheit
runter macht. So ein Kind wird nicht motiviert in die Schule gehen und
seine schulischen Leistungen werden absacken. Hier muss das Elternhaus
umgehend regieren. Man sollte sich für sein Kind einsetzen, aber man sollte nicht ständig drohen um etwas durch zu setzen. Ein echtes Gräuel sind wohl die Eltern, die nach jeder schlechten Note ihres Kindes oder bei einer gefährdeten Versetzung gleich zur Schulbehörde rennen mit Aussagen wie: "Mein Kind bleibt nicht sitzen, sonst..." Ja, was sonst? Eltern sollten schon sachlich bleiben und vor allem objektiv. Klar möchte Jeder ein tolles "Überfliegerkind" - schlau wie Einstein mit einem IQ von 160 und ein "Everybodys Darling" sollte es auch noch sein. Aber eine 5 in Mathe ist manchmal eben auch eine 5 in Mathe und nur weil Papi das Abi hat und studieren konnte, heißt das nicht, dass Sohnemann mit allen Mitteln diesen Weg auch beschreiten muss. Man kann nicht aus jedem Kind einen Einstein machen, aber wenn Schule und Elternhaus gut zusammen arbeiten, dann wird Vieles einfacher. Vor allem für das Kind! Mit Zusammenarbeit ist aber nicht das Verhalten vieler "Übermütter" gemeint (merkwürdigerweise oft Mütter von Töchtern), die sich bei jeder Gelegenheit anbieten einen Kuchen zu backen, eine Lesestunde abzuhalten mit der Klasse, im Schulgarten zu helfen oder Milchmutti zu werden. Zwar alles rühmliche Aktivitäten, aber dies sollte keinen Einfluss auf die Zuneigung der Lehrer und die betreffenden Kinder der "Übermuttis" haben. Denn es gibt in der heutigen Zeit auch viele Mütter die arbeiten müssen und denen es nicht vergönnt ist an den Vormittagen die Pausenbrote zu verteilen an der Schule. Aber das macht auch ihre Kinder nicht zu schlechten Schülern, oder?
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Grundschule - Erfahrungen
Es gibt zwei Grundschulen an die ich denke: zum einen meine eigene Grundschule und zum anderen die Grundschule, die mein Sohn besucht hat. Meine damalige Grundschule war ein alter baufälliger Kasten mit hohen Decken und alten Holzstühlen und Holzbänken. Meine Grundschullehrerin war eine tolle Frau und Lehrerin mit ganzem Herzen. Sie war streng, aber gerecht. Und ich hatte einen entscheidenden Vorteil: sie mochte mich! Sie mochte mich sogar so sehr, dass sie nicht wollte, dass ich aufs Gymnasium gehe, weil ich dann ihre Schule verlassen musste. Glücklicherweise haben sich meine Eltern durchgesetzt und die "albernen" Schulempfehlungen gab es damals ohnehin noch nicht. Wenn ich an die Grundschulzeit meines Sohnes denke, dann habe ich ein ganz anderes Bild vor Augen: ältere Lehrerinnen, die eindeutig die Mädchen bevorzugt haben. Mathearbeiten, bei denen über die Hälfte der Klasse (seltsamerweise viele Jungs) schlecht abgeschnitten haben und mindestens 2 - 3 Schuljahre in denen nicht viel gelernt wurde, sondern man damit beschäftigt war den Kindern soziale Kompetenz beizubringen. Viele Mütter von Jungs haben die gleichen Erfahrungen wie ich gemacht: ihre Kinder wurden im Schnitt schlechter beurteilt als die Mädchen in der Klasse. Das Maß aller Dinge war stets die beste Schülerin. Es gab viel Stress mit den Lehrerinnen und die Jungs sind höchst ungern in die Schule gegangen, weil sie ohnehin als Störenfriede abgestempelt wurden. Sich engagierende "Übermütter" hatten oft Töchter und wer stets bei den Elternabenden sich der Lehrerin ergeben zeigte, der durfte damit rechnen, dass sein Kind eine bessere Note davon trug. Am schlimmsten traf es eine allein erziehende Mutter, die immer mal wieder zur Direktorin gerufen wurde, wo sie sich dann vorwerfen lassen musste, dass sie arbeitet, allein erziehend ist und ganz offensichtlich ihren Sohn nicht im Griff hat... Was wurde da bitte beurteilt? Nicht das Kind. Das wurde nämlich erst gar nicht gefördert. Sondern die Mutter, die ihr Bestes gab und sich dann noch runter ziehen lassen musste. Ihrem Sohn wurde ganz nebenbei das Gefühl vermittelt ein Loser zu sein. Frei nach dem Motto: Was will man bei dem häuslichen Umfeld schon erwarten... Aber es geht auch anders: in der Klasse darunter gab es eine Lehrerin, die sich wirklich mit den Kindern beschäftigte. Die in ihnen individuelle Wesen sah und die immer versuchte mit dem Elternhaus einen Weg zu finden und zwar BEVOR es schlechte Ergebnisse gab. Die Kinder in dieser Klasse waren zufrieden mit ihrem Schulalltag. Egal ob Jungs oder Mädchen: die Kinder fühlten sich unterstützt, ernst genommen und die Eltern hatten das Gefühl einer gerechten Beurteilung ihrer Kinder. Man kann also daran sehen: es steht und fällt viel mit dem jeweiligen Lehrer. Leider ist es auch heute noch so, dass es vor allem weibliche Lehrer sind. Wünschenswert wären mehr männliche Lehrer in der Grundschule und möglichst viele Lehrer für die verschiedenen Fächer. Denn was nützt es dem Kind, wenn es eine Lehrerin in Deutsch, Sachkunde und Mathe hat. Herrscht eine Antipathie, dann hat das Kind damit bereits verloren! |
| Schulempfehlung
In unserem regionalen Wochenblatt gab es letztens einen Artikel in dem Lehrer aus dem Landkreis für die Schulempfehlung plädierten und zwar sollte die Empfehlung der Schule maßgeblich sein, so dass Eltern nicht mehr entscheiden können, ob es nach der Grundschule auf die Realschule geht, wenn das Kind nur die Hauptschulempfehlung hat. Für mein Empfinden wäre das für einige Schüler das Schlimmste was ihnen passieren kann! Sicherlich verbringen die Lehrer viele Stunden mit dem Kind. Aber können sie deswegen das Kind besser beurteilen? Nehmen wir das Beispiel der voreingenommenen Lehrer. Lehrer sind auch nur Menschen und nicht frei von subjektiven Betrachtungsweisen. Ein Kind mit durchschnittlichen Zensuren in der Grundschule bekommt die Hauptschulempfehlung. Warum? Es gibt einen ganzen Fragebogen zu dem Thema wo die Lehrer ihr Kreuzchen machen um das Kind zu beurteilen. Von der sozialen Kompetenz bis hin zum selbstständigen Arbeiten. Die Quote von einem Drittel Hauptschulempfehlungen ist noch nicht erfüllt. Also kommt das Kind in dieses Drittel... Wie ich darauf komme? Ganz einfache Rechnung: alle Schulformen möchten genügend, aber nicht zu viele Schüler aufnehmen. Also geht ein Drittel auf die Hauptschule, ein Drittel auf die Realschule und ein Drittel aufs Gymnasium. (Bei dieser Rechnung wurde natürlich die Schulform Sonderschule, Privatschule und Gesamtschule außer Acht gelassen.) Was wäre, wenn ein Lehrer so gute pädagogische Fähigkeiten besitzt, dass alle seiner Schüler nur für die Realschule oder das Gymnasium in Betracht kommen? Die Hauptschule würde leer ausgehen. Das kann und darf nicht sein. Also bewertet man eben etwas anders... Hört sich wie eine Unterstellung an. Ist auch eine Unterstellung meinerseits. Allerdings würde es die ständige 1/3 Quote erklären. Kann man ein Kind überhaupt in eine Schublade packen? Ist mangelnde Konzentration und ein Notendurchschnitt von 2,9 auf der Grundschule Rechtfertigung genug die Hauptschulempfehlung zu geben? Viele Eltern nehmen die Empfehlung an und melden ihr Kind dann auch an der Schule an, die man empfohlen hat. Aber solange es Fälle gibt, die die falsche Beurteilung beweisen, solange halte ich persönlich daran fest, dass die Schulempfehlung nur Richtlinie aber keine festgelegte Grundlage sein darf. Es gibt genügend Eltern, die trotz anders lautender Empfehlung ihr Kind auf eine andere Schulform geschickt haben und damit Recht hatten. Es gibt sicherlich auch Kinder, die es nicht geschafft haben oder Kinder die mit einer Hauptschulempfehlung später ihr Abi gemacht haben. Für mich ist eine Beurteilung nach der vierten Klasse einfach zu früh! Gerade in Hinblick auf die wenigen Fächer die man auf der Grundschule hatte und auf die wenigen Lehrer. Hat ein Kind, welches im Sachunterricht eine 4 hat nicht gute Chancen sich später in den differenzierten Fächern Bio, Erdkunde, Chemie und Physik erheblich zu verbessern? Mein privates Beispiel zeigt es: Mein Sohn hatte in Sachunterricht eine 4 und in den neuen 4 Fächern an der neuen Schule, für die er keine Empfehlung hat, tatsächlich überall eine 2 bzw. eine 3. Ist er über Nacht schlauer geworden? Sicherlich nicht! Ich übe auch nicht mehr oder anders mit ihm. Aber er hat andere Lehrer (auch männliche Lehrer) und seit er auf der neuen Schule ist, hat er richtig Spaß am lernen. Schule steht und fällt für mich in erster Linie mit den Lehrern. Engagierte Lehrer, die auch aktive Kinder nicht gleich in die Schublade "hyperaktiv" werfen und die unvoreingenommen allen Kindern die gleiche Chance geben sind wichtig! Selbstverständlich gibt es auch viele Eltern, die ihre Kinder überschätzen und trotz Hauptschulempfehlung ihr Kind am Gymnasium anmelden. Übertriebener Ehrgeiz der Eltern kann sich hier genau ins Gegenteil auswirken. Das Kind ist völlig überfordert, hört zu Hause nur Sprüche wie "dein Bruder hat es doch auch geschafft", "sei nicht so faul", "du sollst doch später studieren...". Eine Mutter sagte letztens zu mir: "Mein Sohn würde auch das Gymnasium schaffen, aber mir war es wichtig, dass er auch seine anderen Aktivitäten wie Fußball noch ausüben kann. Deswegen haben wir ihn auf die Realschule gegeben." Das fand ich sehr gut und weitsichtig. Die Eltern befürworten ein gutes Schulergebnis und lassen ihrem Kind Freiraum für außerschulische Aktivitäten. Was heraus kommt ist ein guter und zufriedener Schüler, der sich später immer noch überlegen kann, ob er weiter zur Schule gehen will um sein Abi zu machen. Egal welche Empfehlung das Kind bekommt, über eines müssen sich die meisten Eltern im Klaren sein: man muss sein Kind unterstützen, Hausaufgaben kontrollieren, mit ihm üben, ihm zeigen wie es am besten lernt etc. Nur die wenigsten Kinder sind im dem Alter so eifrig und selbstständig, dass man sie alleine gewähren lassen sollte. Und wenn man selber keine Zeit hat mit dem Kind zu lernen oder nicht in der Lage ist mit dem Kind zu üben (eigene Sprachprobleme, mangelnde Bildung etc), dann sollte man dafür sorgen, dass es mit anderen Kindern und/oder dessen Eltern lernt.
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