Ein Bericht von Jutta,
Halterin und ehemalige Züchterin von Meerschweinchen:
- Meerschweinchen und Kinder-
Im allgemeinen gelten Meerschweinchen als besonders geeignete Tiere für
Kinder. Als Mutter zweier Kinder, aber auch als Züchterin von
Meerschweinchen (ich züchte jetzt keine Meerschweinchen mehr) kann ich
das nicht ganz bestätigen.
Auch bei uns war es so, dass die ersten Meerschweinchen auf Wunsch unserer
Kinder zu uns kamen. Nach kurzer Zeit verloren meine Kinder das Interesse
an den beiden Meerschweinchen völlig. Inzwischen hatte ich mich aber in
diese putzigen Nagetiere verliebt und so begann alles.
Meerschweinchen gelten deshalb als Kindertiere, weil sie sich fast nie
wehren, auch in der größten Not selten zubeißen. Sie sind klein und
handlich und man kann sie auch in kleinen Wohnungen und womöglich noch im
Kinderzimmer in einem kleinen Käfig halten. Für die Tiere ist so ein
Leben dann natürlich alles andere als schön.
Sinnvoll ist es, Eltern und Kinder informieren sich genau über Haltung,
Bedürfnisse und Eigenarten der Meerschweinchen, bevor sie sich diese
Tiere anschaffen.
Besonders wichtig finde ich es auch, dass die Eltern ebenfalls Sympathie
für Meerschweinchen haben und auch bereit sind, dem Kind bei der Pflege
zu helfen, denn besonders kleine Kinder sind schnell überfordert, wenn es
um das regelmäßige Ausmisten des Käfigs geht oder evtl. ein
krankes Tier zu versorgen.
Für lebhafte Kinder, die sich ein aktives Tier wünschen mit dem man
gerne etwas ausgelassen spielt und welches man auch mal mitnehmen kann,
sind Meerschweinchen ungeeignet.
Bei einer artgerechten Haltung und Pflege der Meerschweinchen , können
Kinder aber auch sehr viel Freude an diesen Tieren haben.
Meerschweinchen sollten grundsätzlich nicht als Einzeltiere gehalten
werden. Es sind Rudeltiere, die zumindest einen Artgenossen brauchen.
Einzeln gehaltene Meerschweinchen sind arm dran, sie werden sich dann
völlig auf ihre menschliche Kontaktperson fixieren und sehr darunter
leiden, wenn diese mal einige Zeit weg ist. Dadurch gerät auch das
Kind unter Druck und hat vielleicht ein schlechtes Gewissen dem Tier
gegenüber. Ein zweites Meerschweinchen ist nicht viel teurer, macht auch
nicht viel mehr Arbeit und die Tiere leiden dann nicht, wenn sie mal
längere Zeit alleingelassen werden, vorausgesetzt Futter, Wasser und Heu
stehen zur Verfügung.
Meerschweinchen sind keine ausgesprochenen Kuscheltiere. Zwar
gibt es einige, die ganz still halten, wenn sie auf den Schoß genommen
werden und manche schlafen sogar richtig ein, aber einige bleiben auch nur
vor Angst ganz still sitzen.
Genau wie bei fast allen Haustieren, gibt es auch bei Meerschweinchen
verschiedene Rassen, so auch langhaarige Tiere. Logischerweise müssen
die öfter mal gekämmt werden, was sie sich meistens nur unter sehr
lauten Protest gefallen lassen. Ein kleineres Kind braucht dabei sicher
Hilfe.
Bei der Ausstattung vom Käfig oder Geheges können Kinder gut mithelfen
und haben manchmal gute Ideen was man Meerschweinchen als Unterschlupf,
Durchlauf usw. bauen kann. Die Tiere dann zu beobachten und immer wieder
vor neue kleine Herausforderungen zu stellen, ist für viele Kinder eine
spannende Sache, denn gesunde Meerschweinchen können sehr gut springen
und sogar klettern, wenn auch nicht so wie Kaninchen oder Ratten. Eltern
sollten auch wissen, dass Meerschweinchen nicht stubenrein sind und wenn
sie mal im Zimmer Auslauf haben, ihre Spuren hinterlassen. Dabei ist der
Kot nicht das Problem, sondern der etwas scharfe Urin, der Flecken
hinterlassen kann und auch riecht, wenn der Käfig nicht regelmäßig
gemistet wird.
Meerschweinchen können auch das ganze Jahr über draußen gehalten
werden. Wichtig ist, dass das Gehege gegen andere Tiere
abgesichert und wetterfest ist. So ein ganz enger Bezug zwischen Kind
und Tieren ist natürlich schwieriger.
In den 7 Jahren in denen ich Meerschweinchen gezüchtet und auch verkauft
habe, habe ich sowohl positive wie negative Erfahrungen mit Kindern als
Meerschweinchenhalter gemacht, besser gesagt mit den Eltern. Eltern, die
viel fragten, sich aktiv an der Wahl des neuen Hausgenossen beteiligten
und nicht dem Kind von vorneherein die ganze Verantwortung
aufgebürdet haben, hatten meistens zusammen mit ihren Kindern viele
Jahre Freude an den Tieren.
Inzwischen gibt es viele gute Bücher mit vielen Informationen zur
Haltung, Fütterung, Pflege usw. und auch im Internet gibt es sehr
gute Meerschweinchenseiten. |
Goldhamster:
Goldhamster sind putzig anzusehen, aber für Kinder denkbar ungeeignet.
Das liegt vor allem daran, dass Goldhamster nachtaktive Tiere sind, die
erst am Abend so richtig munter werden. Am Tage schlafen sie meist.
Obwohl Goldhamster in der Anschaffung und im Unterhalt relativ
preisgünstig sind, sollten sie in die Obhut von älteren Kindern ab ca.
12 Jahren gegeben werden.
Ein Goldhamster kostet etwa DM 15,- und benötigt auf jeden Fall einen
Käfig, ein Laufrad und Möglichkeiten zum klettern. Ein Schlafhäuschen,
in das sich der Hamster während des Tages zurückziehen kann ist wichtig!
Hamster sind in der Regel Einzelgänger und vertragen sich nicht mit
Artgenossen.
Man kann sie frei laufen lassen, muss aber damit rechnen, dass sie die
Möbel anknabbern und Kot- und Urinspuren auf dem Teppich hinterlassen.
Da sie sehr klein sind, können sie schnell unter die Füße geraten oder
sie verstecken sich bei "Freigang" in engen Nischen, wo man sie
nur schwer wieder hervorholen kann. Zudem neigen sie dazu zuzubeißen,
wenn sie sich bedroht fühlen oder verängstigt sind.
Selbstverständlich gibt es auch hier, wie bei jeder Tierart, Ausnahmen
und geduldige und verantwortungsvolle Kinder können sich lange an diesen
kleinen Nagern erfreuen. Leider werden Goldhamster nur maximal 6 Jahre
alt.
|
Kaninchen:
Kaninchen fühlen sich am wohlsten wenn sie mindestens einen
Artgenossen an der Seite haben. Aber auch alleine gehalten können sie zu
wahren Schmusetieren werden, wenn man sich ausreichend mit ihnen
beschäftigt.
Eigentlich gehören Kaninchen nicht in die Wohnung, sondern sie
benötigen ein großes Freilaufgehege draußen. Mehrmals wöchentlichen
muss der Stall ausgemistet werden.
Ich hatte selber ein handzahmes Zwergkaninchen, welches zwar draußen ein
Gehege hatte, aber ab und an ins Haus durfte. Und so niedlich und
puschelig Kaninchen auch sein mögen, so muss man doch sagen, dass nichts
vor ihnen sicher ist. Weder das Stromkabel, noch der Teppich oder
herumliegende Schuhe.
Dafür sind Kaninchen relativ genügsam was das Futter angeht. Am liebsten
mögen sie Grünzeug und Möhren und vor allem Heu. Wenn man in
ländlicher Umgebung wohnt, dann wird sich vielleicht ein Bauer finden,
der kostengünstig Heu abgibt. Zu trinken gibt man dem Kaninchen Wasser,
wobei dieses natürlich stets sauber und frisch sein muss.
|