Kindern eine Brücke bauen
Eine Trennung tut weh. Man fühlt sich verletzt, benutzt,
hintergangen. Man ist zornig, wütend oder sogar hasserfüllt. Aber
dennoch sollte man es vermeiden, den Kindern gegenüber seiner Wut gegen
den Expartner Ausdruck zu verleihen. Kinder sollten nie zum Spielball
zwischen den verletzten Gefühlen der Erwachsenen werden. Ein hohes Maß
an Selbstdisziplin und verständnisvollem Handeln ist jetzt gefragt. Die
Kinder sollten altersgerecht darüber informiert werden, wenn sich die
Eltern trennen und man muss auf jeden Fall betonen, dass es nicht die
Kinder sind, die Schuld daran tragen, dass die Eltern auseinander gehen.
Auch wenn man selber sehr unter der Trennung leidet oder sehr wütend
auf den Expartner ist, so sollte man niemals in Gegenwart der Kinder
negativ über das andere Elternteil sprechen. Die Verunsicherung, die
Kinder empfinden, wenn sich die Eltern trennen, ist ohnehin groß genug
und Kinder als seelischen "Mülleimer" für den eigenen
Schmerz zu missbrauchen, ist unfair und trägt keinesfalls dazu bei,
dass irgendwann wieder "Ruhe" eintritt.
Auch wenn ein Elternteil gegangen ist, weil er sich einem neuen Partner
zugewandt hat, so sollten abfällige Bemerkungen unterbleiben. Den
Expartner schlecht zu machen und ihm die Schuld daran zu geben, dass die
Beziehung zerbrochen ist, mag vielleicht einem selber über die Trauer
und Wut hinweg helfen. Aber oft wird auch versucht, die Kinder auf die
eigene Seite "zu ziehen", weil man meint, sich so am Expartner
rächen zu können. Kinder lieben in der Regel aber beide Elternteile
und fühlen sich unter Druck gesetzt, wenn sie plötzlich Partei
ergreifen sollen. Aus dem liebenden Vater wird plötzlich der miese Typ,
der mit der Nachbarin abgehauen ist und die Kinder (und die Frau) im
Stich lässt und aus der liebevollen Mutter soll plötzlich ein
Miststück geworden sein, weil sie ihre Kinder zurück ließ. Sicherlich
gibt es auch Trennungsgründe wie Misshandlungen, Alkoholsucht etc..
Aber in den Fällen, in denen man seine Kinder vor dem Expartner nicht
"schützen" muss, sollte man dafür sorgen, dass der Kontakt
zum Wohle der Kinder nicht abreißt.
Kinder, denen man sachlich die Situation erklärt, werden viel besser
mit der Tatsache zurecht kommen, dass Mutter und Vater sich getrennt
haben. Und wenn sie merken, dass sie auch weiterhin Mutter und Vater
lieb haben dürfen und zu beiden Elternteilen Kontakt haben, so macht
man ihnen vieles leichter. |