Susi und Strolch
Es war einmal eine kleine Hundedame, die wohnte bei einem lieben und
wohlhabenden Ehepaar. Aber eines Tages bekam das Paar ein Baby und Susi
war nicht mehr der Mittelpunkt. Das allein wäre ja noch nicht so
schlimm gewesen. Aber dann verreisen Herrchen und Frauchen auch noch und
eine Tante soll auf den Hund und das Baby aufpassen. Und mit der Tante
ziehen auch zwei gemeine Siamkatzen in das Haus. Geschickt sorgen sie
dafür, dass Susi stets die Schuld daran bekommt, wenn etwas zu Bruch
geht und als es dann noch so aussieht, als wenn Susi dem Baby etwas
Böses will, setzt die Tante die Hundedame kurzerhand vor die Tür und
Susi muss nun in der Hundehütte schlafen. Und so kommt es auch, dass
sie Bekanntschaft mit Strolch macht. Ein zwar liebenswerter, aber doch
sehr unstandesgemäßer Hund. Aber das Liebe keine Grenzen kennt beweist
dieser Film auf eine ganz entzückende Weise. Doch bevor die Beiden ihr
Hundeglück so richtig genießen können, müssen sie erst noch einige
Abenteuer überstehen. Und das Gesetz der Straße ist schon recht rauh.
Obwohl sich auch echte Straßenköter als gute Freunde erweisen.
Mit viel Humor und Gefühl zählt dieser Film zu den schönsten, die
Disney gemacht hat. Und wenn Susi mit ihren großen braunen Kulleraugen
einen gekonnten Augenaufschlag macht, dann spätestens wird sich jedes
Kind einen eigenen Hund wünschen. Ein besonders schöner Film, den ich
nur wärmstens empfehlen kann.
Seit Ende März gibt es nun auch die Fortsetzung von Susi und
Strolch: Kleine Strolche.
Susi und Strolch leben glücklich und zufrieden bei ihrer
Menschenfamilie und haben niedlichen Nachwuchs bekommen. 3 kleine
Hundedamen, die sehr der Mama ähneln und ein kleiner Strolchi - ganz
der Papa. Aber Strolchi möchte kein angepasster Hund sein und faul auf
dem Sofa rumliegen, wie sein Vater. Ihn lockt die Freiheit und das
Abenteuer. Und so reißt Strolchi eines Tages aus und gelangt zu
den "Schrottplatz - Streunern". Der Anführer, ein arroganter
und rauflustiger Dobermann, findet Anfangs nicht besonders großen
Gefallen an dem kleinen Hund. Zumal dieser ihm auch noch bei der
angebeteten Hundedame in die Quere kommt. Aber als er mitbekommt, dass
es sich um Strolchs Sohn handelt, versucht er mit allen miesen Tricks
den Sohn gegen den Vater aufzuhetzen. Denn früher einmal war er
Strolchs Weggefährte, der ihn aber für die kleine Hundedame Susi im
Stich ließ und ein Leben mit Hundemarke gegen das von Freiheit und
Abenteuer geprägte Leben eintauschte.
Die Fortsetzungsgeschichte von Susi und Strolch ist zwar nett anzusehen,
aber mehr eigentlich auch nicht. Zu sehr erinnert das ganze Geschehen an
den ersten Teil und der Vater - Sohn - Konflikt ist in meinen Augen an
den Haaren herbeigezogen, um eine Geschichte zu konstruieren. Ein
jugendlicher Raufbold ist Strolchi. Seine Schwestern sind eitle und
zickige Geschöpfe, die so gar nichts von dem Liebreiz der Mutter
mitbekommen haben. Und letztendlich wiederholt sich das Geschehen aus
dem ersten Teil in vielen Szenen: Hund trifft Hundedame, Hund erlebt
Abenteuer, Hund kehrt in den Schoss der Familie zurück...
Vom Charme und der Liebenswürdigkeit des ersten Filmes ist die
Fortsetzung meilenweit entfernt und die Altersfreigabe ab 0 Jahren
sollte aufgrund der vielen aggressiven Szenen auf mindestens 6 Jahre
hoch gesetzt werden. |